Stormarn
Linie 236

Reinbeker kritisiert Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein

Abgewiesen: Frank Possel an der Haltestelle mit dem Bus 236

Abgewiesen: Frank Possel an der Haltestelle mit dem Bus 236

Foto: Elvira Nickmann / HA

Zweimal wollte Frank Possel den Bus nutzen, beide Male kam es zu Komplikationen. Der VHH räumt Fehler ein und wirbt um Verständnis.

Schönningstedt.  Frank Possel ist verärgert. Wenn der Schönningstedter mal nicht sein Auto zur Arbeit nach Hamburg nehmen kann, sondern auf den Regionalbus der Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein (VHH) umsteigen muss, ist nichts so, wie es sein soll.

Die erste Begegnung der unschöneren Art mit dem Bus der Linie 236 hatte er bereits im November 2015. Da wollte er von der Haltestelle Schönningstedt Schule Richtung S-Bahnhof Reinbek fahren. Abfahrtszeit war 7.31 Uhr, aber „der Bus traf fast zehn Minuten verspätet ein“, sagt Possel, habe aber nicht angehalten, weil er augenscheinlich völlig überfüllt mit Schülern gewesen sei.

Beschwerde beim HVV

Hilflosigkeit und Unverständnis bei den wartenden Passagieren. Als auch der nächste Bus derselben Linie sich verspätete, war Frank Possel klar, dass er die S-Bahn unmöglich noch rechtzeitig erreichen konnte, obwohl ein wichtiger Termin Pünktlichkeit erforderte.

Einen Tag später beschwerte er sich per E-Mail beim HVV, dem Hamburger Verkehrsverbund. Dieser orchestriert als Regieorganisation 31 Verkehrsun-ternehmen im Großraum Hamburg, so auch die 550 Busse der VHH. Eine detaillierte Antwort bekam Possel 18 Tage später vom Kundenservice der VHH. Darin hieß es, man werde das Anliegen an den Kreis Stormarn als Aufgabenträger weiterleiten: „Sofern im Einzelfall ein Bus zum Einsatz kam, welcher nicht der bestellten Platzkapazität entsprach, werden wir dies intern aufarbeiten und für die Zukunft möglichst vermeiden.“

Kunde moniert, dass es keinen Verstärkerbus gab

Diese Vermeidung schien zumindest an genau dem Tag nicht möglich, an dem Possel einige Monate später einen erneuten Anlauf nahm: dieselbe Zeit, dieselbe Buslinie, 18. Juli, wieder ein Montag. Das Fahrzeug traf zwar pünktlich um 7.31 Uhr ein, war aber erneut total überfüllt. „Ich konnte mich gerade noch so reinquetschen “, sagt der 57-Jährige. Einmal habe der Fahrer noch gehalten und auch die Überfüllung per Funk an die Leitstelle gemeldet. Aber das half den Wartenden an den drei nachfolgenden Haltestellen nicht mehr. Sie hätten das Nachsehen gehabt, weil der Bus ohne Halt vorbeigefahren sei.

Frank Possel schilderte den Vorfall in einer zweiten E-Mail, diesmal direkt an die VHH. „Der Fall zeigt, dass Ihre angebliche Weiterleitung an den Kreis Stormarn keine Wirkung gezeigt hat“, monierte er. „Warum Sie keinen Verstärkerbus speziell für diese Fahrt einsetzen, ist mir schleierhaft.“ Schon beim ersten Vorfall hätte ihm ein Schüler eine Häufung solcher Situationen bestätigt. „Der müsste es ja eigentlich wissen“, argumentiert er.

Verspätungen seien nicht immer vermeidbar

Dem allerdings mag Martin Beckmann, Pressesprecher der VHH, so nicht zustimmen. Laut seiner Angabe gab es auf dieser Strecke in den Monaten November 2015 bis Juli 2016 genau zwei Beschwerden von Fahrgästen zum Thema Überfüllung: die von Possel. Zu den Gründen räumt er ein, es sei in beiden Fällen ein sogenannter Solo- oder Einzelbus statt des von der Kreisverwaltung bestellten Gelenkbusses eingesetzt worden – „aus einer Dispositionsunschärfe heraus“, sprich einem Fehler in der morgendlichen Planung. Beckmann wirbt um Verständnis bei den Fahrgästen, dass solche Situationen nicht immer vermeidbar seien.