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Null Bewerber: Ammersbek ein Jahr ohne Seniorenbeirat

Die ehemaligen Mitgliedern des Seniorenbeirats hatten gegen die neue Satzung protestiert, weil ihre Vorschläge für mehr Mitsprache komplett abgewiesen worden seien

Die ehemaligen Mitgliedern des Seniorenbeirats hatten gegen die neue Satzung protestiert, weil ihre Vorschläge für mehr Mitsprache komplett abgewiesen worden seien

Foto: Birgit Schücking / HA

Im Vorfeld hatte es häufiger Streit zwischen Seniorenbeirat, Gemeinde und Politik gegebn. Neuer Versuch wird 2017 gestartet.

Ammersbek.  Von den rund 9700 Einwohnern in Ammersbek sind fast 3000 älter als 60 Jahre. Doch davon will sich kein Einziger im Seniorenbeirat engagieren. Für die Neuwahl des Gremiums ist im Rathaus nicht eine Bewerbung eingegangen. Deshalb hat die Verwaltung die für gestern Abend vorgesehene Wahlversammlung abgesagt. Das bedeutet, dass es in Ammersbek dieses Jahr keinen Seniorenbeirat geben wird. 2017 wird ein neuer Versuch gestartet.

Der allererste Seniorenbeirat der Gemeinde – Anfang 2014 gewählt – war im August 2015 im Streit geschlossen zurückgetreten. Die Mitglieder beklagten, dass sowohl Politik als auch Verwaltung sie nicht ausreichend an Entscheidungen beteiligen würden. Im März dieses Jahres beschlossen die Gemeindevertreter, einen neuen Seniorenbeirat mit fünf bis acht Mitgliedern aufzustellen. Bei nicht mehr als acht Kandidaten sollte eine Wahl entfallen. Ende April erfolgte die Ausschreibung. Doch bis zum Fristende am 21. Juni gab es überhaupt keine Bewerbungen.

Auch von den ehemaligen Mitgliedern signalisierte niemand Interesse. Sie hatten gegen die neue Satzung protestiert, weil ihre Vorschläge für mehr Mitsprache komplett abgewiesen worden seien. Der Ärger gipfelte in einem Brief mit der Überschrift „Kooperationsbereitschaft sieht anders aus“.

Bürgermeister Horst Ansén will die Zeit jetzt nutzen, „um inhaltlich für die Mitarbeit zu werben“.