Stormarn
Neue Serie

an Witzhave: Natur pur und Zusammenhalt

 Rebecca Bohlens (13) auf Diva (v.l.), Lukas Niemann (12) auf dem Pony Mäxchen und Janine Niemann (38) auf El Ghazir reiten gerne durch Witzhave

Rebecca Bohlens (13) auf Diva (v.l.), Lukas Niemann (12) auf dem Pony Mäxchen und Janine Niemann (38) auf El Ghazir reiten gerne durch Witzhave

Foto: Laura Treskatis / HA

Warum lieben Stormarner ihre Heimat? Das erfahren Sie in einer neuen Serie unter demTitel „Liebeserklärung an...“. Heute: Witzhave.

Was macht Witzhave so lebens- und liebenswert? Abendblatt-Mitarbeiterin Laura Treskatis hat bei den Einwohnern nachgefragt.

„Wir genießen die Natur“

Rebecca Bohlens (13/links), Lukas Niemann (12) und seine Mutter Janine (38) nutzen ihren freien Tag für einen Ausritt durch Witzhave. Der Araber-Hengst El Ghazir, die Hannoveraner-Stute Diva und das Pony Mäxchen stammen vom Hof Vollmer. Die Liebe zu ihrem Heimatdorf begründet Janine Niemann vor allem mit der Natur: „Hier gibt es so viel grüne Wiesen, Wanderwege und Felder“, sagt die 38-Jährige. Niemann arbeitet als Bürokauffrau und ist in Trittau aufgewachsen. Vor 16 Jahren zog sie in den Nachbarort. „Das ist meine Heimat, hier gefällt es mir“, sagt Niemann. Gleichzeitig schätzt sie die gute Verkehrsanbindung nach Hamburg durch die direkte Anschlussstelle an der Autobahn 24.

„Schnell Anschluss gefunden“

Jasmin Steffens (39) zog mit ihrer Familie im Mai 2014 von Hamburg-Billstedt nach Witzhave. „Wir wollten raus aus der großen Stadt und haben hier ein Haus im Grünen gefunden“, sagt Steffens. Seitdem hat die Erzieherin nie an ihrer Entscheidung gezweifelt. „Meine Familie und ich haben schnell Anschluss gefunden“, sagt Steffens. „Und die Kinder spielen jetzt viel mehr draußen und unternehmen Fahrradtouren in der Natur.“ Auch Tochter Jessica gefällt’s: „Es gibt viele Aktionen für Kinder“, sagt die Zehnjährige. So veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr an diesem Sonnabend ab 14.30 Uhr im Gemeindezentrum ein Kinderfest.

„Im Dorf ist man unbeschwert“

Jan-Hendrik Koch (links) und Nils Sarkander spielen zusammen Fußball in der ersten Herrenmannschaft des Witzhaver Sportvereins in der Kreisklasse A. Besonders stolz sind die beiden über den Südstormarn-Pokal (Foto), den ihre Mannschaft im vergangenen Jahr gewann. Koch (20) kommt gebürtig aus Hildesheim und wohnt seit 14 Jahren in Witzhave, Sarkander (33) zog vor drei Jahren mit seiner Familie aus Hamburg-Rahlstedt in das Dorf. „Hier können meine Kinder unbeschwert aufwachsen“, sagt der Verwaltungsbeamte Sarkander. Sein Sohn Erik ist sechs, seine Tochter Lara zwei Jahre alt. Abiturient Jan-Hendrik Koch genießt vor allem die angenehme Atmosphäre. Er sagt: „Mir gefällt die Ruhe, die man hier hat.“

„Uns Senioren wird viel geboten“

Gaby (70) und Klaus-Dieter (67) Haferstroh schätzen an Witzhave vor allem das gemeinschaftliche Verhältnis in der eigenen Nachbarschaft. „Im alten Dorfkern kennt man jeden mit Namen und unterstützt sich gegenseitig“, sagt Gaby Haferstroh. Außerdem gefallen dem Rentner-Ehepaar die vielen Aktivitäten im Ort, die speziell für ihre Altersgruppe angeboten werden. „Wir sind Mitglied im Sparclub und in der Seniorenvereinigung“, sagt Klaus-Dieter Haferstroh. Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich Witzhaver Senioren im Gemeindezentrum am Rausdorfer Weg zum gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen sowie zu Lese- und Spielenachmittagen. Der Sparclub kommt regelmäßig im Gasthof Knaack zusammen.

„Zusammenhalt im Sportverein“

Florian Wink (38) macht eine Fortbildung zum Hausverwalter. In Witzhave ist er regelmäßig auf einem der drei Tennisplätze am Rausdorfer Weg anzutreffen. „Ich schätze besonders den guten Zusammenhalt innerhalb des Sportvereins“, sagt Wink, der in Witzhave geboren ist. Etwa 100 Mitglieder verzeichnet die Witzhaver Tennissparte aktuell. Einmal im Monat lädt der Verein zum sogenannten Tennis-Spaß ein: Dann treffen sich die Mitglieder auf der Anlage, um gemeinsam zu spielen, zu plaudern und Spaß zu haben. „Dabei ist es egal, wie gut man Tennis spielt oder wie lange man schon Mitglied ist. Und es gibt immer einen kleinen Umtrunk“, sagt Wink. Am Dienstag, 12. Juli, um 18 Uhr ist es wieder soweit.

„Die Liebe brachte mich hierher“

Henning Fuchs (37) ist amtierender Jugendwart und betreut den Nachwuchs der Feuerwehren in Witzhave, Grande und Rausdorf. Durch sein Hobby lernte der Elektromonteur auch seine Frau Ines kennen: Im Feuerwehrlehrgang funkte es gewaltig, sodass Fuchs 2001 von Zarpen nach Witzhave zog. „Die Liebe hat mich hierher geführt“, sagt Fuchs. Mit seinem jetzigen Wohnort ist der 37-Jährige sehr zufrieden. Auch in der Freiwilligen Feuerwehr Witzhave fühlt er sich wohl: „Die Kameradschaft ist sehr gut“, sagt Fuchs. Und die besteht schon lange: Auf Erlass der königlichen Regierung zu Schleswig gründeten 24 Witzhaver die Wehr im Mai 1890.

„Ich weiß immer, was passiert“

Birte Bargholz (36) kellnert regelmäßig im Alten Dorfkrug an der Möllner Landstraße. Im Gasthof von Hartmut „Kuddel“ Knaack wird zu fairen Preisen deutsche Hausmannskost wie Bockwurst und Schnitzel serviert. Auch das Angebot an Spirituosen ist groß. „Bei Kuddel bin ich groß geworden und kenne dadurch viele Leute in Witzhave“, sagt Birte Bargholz. Hauptberuflich arbeitet die 36-Jährige als Bürokauffrau. An ihrer Arbeit im Gasthof Knaack gefällt ihr vor allem, dass die zahlreichen Stammgäste sie immer auf dem Laufenden halten. „Wenn man in einer Kneipe arbeitet, weiß man immer, was im Dorf passiert“, sagt Birte Bargholz und lacht. 1995 lernte sie ihren Ehemann Florian Bargholz kennen und zog von der Gemeinde Steinburg, Ortsteil Mollhagen, nach Witzhave.

Das ist Witzhave:

Im Jahr 1248 wurde Witzhave erstmals urkundlich erwähnt.
1540 Einwohner zählt die Gemeinde inzwischen, die wie neun andere Kommunen zum Amt Trittau gehört. Zuwachs bekam das Dorf 1986 durch das Neubaugebiet Heidlande. Weitere Siedlungen entstanden auf dem Gelände der Hauskoppel: Der erste Bauabschnitt wurde mit 42 Grundstücken 2001 erschlossen. Vor fünf Jahren wurde das Gebiet um weitere 41 Grundstücke erweitert.

787 Hektar Fläche umfasst das Gemeindegebiet. Elf ehrenamtliche Gemeindevertreter bestimmen Witzhaves Politik. Sie gehören der Wählergemeinschaft Witzhave (WW) oder der Bürgerschaft Witzhave (Bü-Wi) an. Bürgermeister ist Jens Feldhusen (WW).

17 Vereine und Institutionen verzeichnet die Gemeinde offiziell, darunter die Witzhaver Gartenfreunde, die Theatergruppe und die Seniorenvereinigung. Der Witzhaver Sportverein wurde 1977 gegründet. Als Sportarten werden unter anderem Fußball, Tennis, Volleyball, Kinderturnen, Judo, und Gymnastik angeboten.

16 Firmen sind in Witzhave ansässig. Dazu zählen das Unternehmen RAKO Etiketten und die Corbek-Brauerei. Weiter gibt es in der Gemeinde vier landwirtschaftliche Betriebe, das Hotel Pünjer sowie den Kindergarten „KIWI“.

2013 wurde die Betlehem-Kirche entwidmet und an die Gemeinde verkauft. Seither wird das ehemalige Gotteshaus bei Beerdigungen als Kapelle genutzt