Stormarn
Ahrensburg

Förderverein erinnert an Architekten von St. Johannes

Wollen Andersens Werk in Ahrensburg bewahren (v. l.): Hans-Peter Hansen, Monika Robinson, Björn Robinson und Klaus Tuch vom Förderverein

Wollen Andersens Werk in Ahrensburg bewahren (v. l.): Hans-Peter Hansen, Monika Robinson, Björn Robinson und Klaus Tuch vom Förderverein

Foto: Lutz Wendler / HA

Otto Andersen hat die von der Schließung bedrohte Kirche erbaut. Zu seinem 35. Todestag gibt es am Sonnabend eine Gedenkveranstaltung.

Ahrensburg.  Otto Andersen (1924–1981) war ein Architekt, der sich auf Kirchen und Gemeindezentren spezialisiert hatte und in den 60er- und 70er-Jahren im ganzen norddeutschen Raum baute. „Sein Stil gilt als prägend für die in diesen Jahren ungeheuer rege Baupolitik der evangelischen Kirche“, sagt Klaus Tuch vom Förderverein der Kirche St. Johannes in Ahrensburg.

Auch die 1962 geweihte St. Johanneskirche mit ihrem markanten Turm ist ein Entwurf von Otto Andersen. Der Förderverein nimmt den 35. Todestag des Architekten am 5. Juli 1981 zum Anlass, mit einer Gedenkveranstaltung am Sonnabend, 9. Juli (Beginn 19.30 Uhr), an ihn zu erinnern. Bürgermeister Michael Sarach wird ein Grußwort sprechen. Der Ahrensburger Architekt Hans-Peter Hansen, ebenfalls Mitglied des Fördervereins, wird einen Vortrag über „herausragende architektonische Elemente der Kirchenbauten Otto Andersens“ halten, und Klaus Tuch über das große Glasfenster und den Altar von St. Johannes reden. Dazu spielt das Kammerorchester St. Johannes musikalische Intermezzi von Johann Christian Bach, Max Reger und Jean Sibelius.

Klaus Tuch lässt keinen Zweifel daran, dass die Gedenkveranstaltung mehr als ein bloßer Blick zurück ist. Denn der 35. Todestag von Otto Andersen fällt in eine Zeit, in der sein Werk bedroht ist, weil die Nordkirche angesichts des rapiden Rückgangs von Gemeindegliedern ihren Gebäudebestand reduzieren will. Tuch erzählt, dass auch Kirchen von Andersen bereits verkauft und abgerissen wurden, zum Beispiel die Friedenskirche in Schleswig.

Ein Schicksal, das auch St. Johannes droht. Die Kirche sollte 2013 entwidmet werden. Der Förderverein verhinderte dies jedoch durch unbeugsamen Protest und Aufsehen erregende Aktionen wie regelmäßige Laienandachten vor der geschlossenen Kirche. 2014 schloss der Förderverein mit dem damaligen Kirchengemeinderat eine bis 2019 laufende Finanzierungs- und Nutzungsvereinbarung ab. Der Förderverein verpflichtete sich, jährliche Kosten in Höhe von 30.000 Euro zu tragen, um das Weiterbestehen von St. Johannes zu sichern.

Inzwischen wurden die Nebengebäude der Kirche verkauft, so dass St. Johannes für sich steht. „Wir sind mit dem Kirchenschiff allein auf hoher See“, sagt Tuch und fügt hinzu: „Der Förderverein verbindet mit der Ehrung von Otto Andersen die Hoffnung, dass sein Werk in Gestalt der St. Johanneskirche in Ahrensburg weiterlebt.“