Stormarn
Abstimmung

Reinbeks Politiker vertagen das Projekt Kunstrasen

Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer hat ein Schreiben des TSV-Vorstandes bekommen

Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer hat ein Schreiben des TSV-Vorstandes bekommen

Foto: René Soukup / HA

Reinbeks Politiker sträuben sich, Geld für den Bau des Kunstrasenplatzes am Mühlenredder zu berücksichtigen. Thema wird vertagt.

Reinbek.  Die TSV Reinbek sehnt sich nach einem Kunstrasenplatz. Geht es nach dem Verein, soll das Projekt zeitnah umgesetzt werden. Doch das kann dauern. Im Jugend-, Sport- und Kulturausschuss stand das Thema zwar erneut auf der Agenda, wurde auf Antrag der SPD aber von der Tagesordnung gestrichen. Zu einer Abstimmung, ob für den Bau 977.200 Euro im Haushaltsentwurf 2017 berücksichtigt werden, kam es nicht.

Nur der FDP-Politiker und Ausschussvorsitzende Diethard Joppich wollte die Sache vorantreiben. Er ist sauer auf die Entscheidungsträger der anderen Parteien und sagt: „Die wissen nicht mehr, was sie tun und machen sich lächerlich.“

Der neue Kunstrasen auf der Sportanlage am Mühlenredder ist als Ersatz für den Grandplatz vorgesehen. Auf ihm soll eine Feuerwehrwache gebaut werden. Einen entsprechenden Beschluss hatten Reinbeks Politiker nach jahrelangem Streit gefasst. Doch inzwischen zweifeln zahlreiche Entscheidungsträger an dem Standort (wir berichteten).

Kunstrasen hängt mit Bau der Feuerwache zusammen

Für den Neubau der Wache muss noch ein Bebauungsplan abgesegnet werden. Dafür gibt es unter den Stadtverordneten aber keine Mehrheit. Baldur Schneider (SPD) sagt: „Das Thema Kunstrasenplatz soll erst dann wieder angefasst werden, wenn der Feuerwehrstandort endgültig festgelegt ist.“ Wann der Bau der Wache umgesetzt wird, ist überhaupt nicht absehbar. Rüdiger Höhne, Geschäftsführer der TSV Reinbek, ist ob der Diskussionen genervt. Er sagt: „Es ist extrem schwer, weil uns die Perspektive fehlt.“ Höhne sorgt sich um die Zukunftsfähigkeit der Fußball-Abteilung, die noch 450 Mitglieder zählt.

Denn der Grandplatz ist marode und oft nicht bespielbar. Deshalb drängt der Verein ohnehin auf einen neuen Kunstrasen, der im Gegensatz zum Ascheplatz ganzjährig genutzt werden kann. In einem Schreiben des TSV-Vorstandes an Bürgermeister Björn Warmer und die Fraktionsvorsitzenden heißt es: „Wir weisen noch einmal mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass die Erstellung des Kunstrasens nicht ursächlich mit dem Bau der Feuerwehrwache zusammenhängt.“