Stormarn
Lärmschutz

Nein zu niedrigeren Flügen in Ahrensburg

Bezirksamt Harald Rösler ist Vorsitzender der Kommission

Foto: Klaus Bodig

Bezirksamt Harald Rösler ist Vorsitzender der Kommission

Bürgermeister Michael Sarach erteilt der Elmenhorster Forderung, sich für niedrige Flüge über Ahrensburg einzusetzen, eine Absage.

Ahrensburg/Elmenhorst.  Die Hamburger Fluglärmschutzkommission (FLSK) richtet zur Prüfung der drastisch gestiegenen Zahl der Beschwerden aus dem Kreis Stormarn eine Arbeitsgruppe ein. Die soll auch die Vorschläge aus der Bürgerfragestunde Anfang Juni in Bargteheide bündeln. Dort hatten unter anderem Einwohner aus Ahrensburg und Großhansdorf, aber auch Elmenhorst und Jersbek, über unzumutbaren Lärm geklagt.

Der Stormarner Vertreter in der FLSK, Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach, sitzt auch in der neuen Arbeitsgruppe. Der Forderung der Bürgerinitiative Fluglärmgeplagte Gemeinde Elmenhorst (FGE), sich für niedrige Flüge über Ahrensburg einzusetzen, erteilt Sarach aber eine klare Absage: "Es kann nicht das Ziel sein, positive Dinge für unseren Kreis wieder schlechter zu machen."

Bürgermeister Sarach will Verbesserungen für alle erzielen

Die Elmenhorster wollen, dass über Ahrensburg die Mindestflughöhe von 3000 Fuß (915 Meter) gestrichen wird. Dann wären mehr kürzere Landeanflüge über Großhansdorf und Ahrensburg möglich, was den Bereich Tremsbüttel/Elmenhorst/Jersbek entlasten würde. Sarach betont, dass er den gesamten Kreis vertrete: "Wir wollen keine Verschlechterungen für einzelne Bereiche, sondern Verbesserungen für alle."

Das sieht auch die Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) so. Deren Stormarner Sprecher, René Schwartz aus Ahrensburg, sagt: "Die Elmenhorster sprechen nur von Landungen, lassen aber die Starts komplett außer Acht." So würden alle gen Nordosten startenden Flugzeuge über Ahrensburg abdrehen, was auch deutlich lauter als bei Landungen sei. Die BAW fordert unter anderem ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und sogenannte lärmmindernde Anflugrouten über Gebiete mit geringer Bevölkerungsdichte.

Auch Luftfahrtextperten sollen an der Arbeitsgruppe teilnehmen

Der Vorsitzende der Lärmschutzkommission, Bezirksamtsleiter Harald Rösler (Hamburg-Nord), will auch Luftfahrtexperten in die Arbeitsgruppe einladen. Über die Ergebnisse wird die FLSK bei ihrer nächsten Sitzung am 7. Oktober beraten.

Der vergangene Monat war für die Stormarner ohnehin eher ruhig. Im Mai wurden nur 26 Prozent aller Hamburger Flüge in/aus Richtung Nordost abgewickelt. Die Zahl ging im Vergleich zum Vorjahresmonat von fast 5300 auf rund 3800 zurück. Das liegt daran, dass grundsätzlich gegen den Wind gestartet und gelandet wird. Vor einem Jahr herrschten starke Westwinde vor, diesmal wechselten die Richtungen. Wegen des Wetters stieg die Zahl der Verspätungen (zwischen 23 bis 24 Uhr) im Mai allerdings von 50 auf 72.

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