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Baustellen: Im Sommer droht Dauerstau auf der A 1

Wegen Sanierungsarbeiten an der Travebrücke auf der Autobahn 1 zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld müssen Autofahrer bis Ende August mit Stau rechnen

Wegen Sanierungsarbeiten an der Travebrücke auf der Autobahn 1 zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld müssen Autofahrer bis Ende August mit Stau rechnen

Foto: Birgit Schücking

Bauarbeiten an der Travebrücke bei Reinfeld verzögern sich bis Ende August. Behinderungen während der Sommerferien.

Reinfeld.  Stoßstange an Stoßstange – so haben viele Autofahrer am vergangenen Wochenende den Weg an die Ostsee erlebt. Nicht nur, weil wegen des sonnigen Wetters so viele Menschen einen Ausflug dorthin gemacht haben, sondern vor allem, weil zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld an der Travebrücke gebaut wird – schon seit September 2015. Eigentlich sollten die Arbeiten im Frühjahr abgeschlossen sein. Damals hieß es, die Fertigstellung verzögere sich bis Anfang Juli. Jetzt meldet der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) in Lübeck, dass die Bauarbeiten voraussichtlich erst Ende August erledigt sein werden.

Damit passiert das, was der LBV eigentlich verhindern wollte: Während der Reisewelle in den Sommerferien, und während zahlreiche Ausflügler gen Ostsee fahren, wird auf dem zwei Kilometer langen Autobahnabschnitt weiter gearbeitet – und es stehen nicht alle sechs Fahrspuren zur Verfügung. Derzeit müssen sich Autofahrer beider Fahrtrichtung die drei Fahrstreifen Richtung Norden teilen – was sich bis Ende August nicht ändern wird. Pro Fahrtrichtung stehen damit nur zwei verengte Fahrbahnen auf der A 1 zur Verfügung, auf denen teilweise nur Tempo 60 erlaubt ist.

Grund für die Verzögerungen ist laut LBV eine Chlorid-Belastungen des Betons in der Brücke. Bereits im Dezember vergangenen Jahres stellten Experten den Mangel bei den Arbeiten fest. Ursprünglich sollten nur der Fahrbahnbelag sowie die Abdichtung auf der rund 35 Jahre alten Brücke erneuert werden. Beim Abtragen stellten die Arbeiter jedoch fest, dass die sogenannte Bewehrung – die Metallverstärkung der Brücke – stark geschädigt ist.

Ausmaß des Schadens bei Probebohrungen nicht erkannt

Laut Jens Sommerburg, Leiter des LBV in Lübeck, war eine Chlorid-Korrosion Ursache für den zuvor nicht vorhersehbaren Schaden. Weil der Fahrbahnbelag und die Brücke nicht mehr ausreichend abgedichtet waren, konnte im Winter Streusalz in die tieferen Schichten des Fahrbahnbelangs eindringen. Dies führte zu dem Zersetzungsprozess. „Zwar wurden vor den Arbeiten Probebohrungen gemacht. Allerdings tritt die Korrosion nicht ganzflächig, sondern nur vereinzelt auf mehreren Quadratmetern auf.“ Es seien Proben von Stellen genommen worden, an denen es keine Chlorid-Belastung gab. „Somit wurde der Schaden damals nicht erkannt.“

Deswegen musste schon im Dezember ein neues Instandhaltungskonzept für die Brücke ausgearbeitet werden. Statt Ende des Jahres wurden die drei Fahrbahnen Richtung Norden erst im März fertig. Im April zog die Baustelle auf die andere Seite der mittleren Leitplanke. Die drei Fahrbahnen Richtung Hamburg werden seitdem erneuert. „Auch dort ereilte uns das gleiche Schicksal, wie auf der anderen Seite“, sagt Sommerburg. Beim Abtragen der Asphaltschicht, kamen die Schäden im Beton der Brücke zum Vorschein.

Instandsetzung kostet 2,7 Millionen Euro mehr

Zwar hatten Probebohrungen, bei denen Asphalt und Beton entnommen wurden, auch hier damals nicht auf eine Chlorid-Belastungen im Beton hingedeutet, dennoch rechnete der Landesbetrieb mit der Korrosion.

Somit müssen die Bauarbeiter auch auf dieser Seite der Autobahn viel tiefer graben und erneuern, als zunächst geplant. Ursprünglich waren für die Instandsetzung der Brücke rund 2,3 Millionen Euro veranlasst. Wegen der nicht verstehbaren Betonschäden muss der Landesbetrieb mit 400.000 Euro mehr für die Arbeiten rechnen.

Tipps der Polizei:

Polizei und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr raten Autofahrern davon ab, bei Stau auf die Umleitungsstrecken auszuweichen.

Besser sei es, auf der Autobahn zu bleiben. Denn laut Polizei können die Umleitungsstrecken das erhöhte Verkehrsaufkommen nicht auffangen.

Die B 75 sei bereits im Normalzustand stark belastet. Beispielsweise beobachtet die Polizei bei Vollsperrungen, das der Verkehr auf der Bundesstraße regelrecht zum Erliegen kommt.

Auch die anderen Ausweichstrecken, die an jeder Autobahnausfahrt mit dem U-Zeichen ausgeschildert sind, seien schnell dicht.

Schneller seien Autofahrer laut Polizei und LBV, wenn sie den Stau aussitzen oder versuchen, nicht zu den Stoßzeiten zu fahren.