Stormarn
Oststeinbek

Wohnungen für Senioren auf Allianz-Gelände?

SPD-Fraktionschef Christian Höft (links) und seine Mitstreiter wollen, dass auf dem sogenannten Allianz-Gelände nordlich vom Breedenweg Wohnungen für Senioren und junge Menschen gebaut werden

SPD-Fraktionschef Christian Höft (links) und seine Mitstreiter wollen, dass auf dem sogenannten Allianz-Gelände nordlich vom Breedenweg Wohnungen für Senioren und junge Menschen gebaut werden

Foto: René Soukup / HA

Verworfener Standort für Senioren-Projekt in Oststeinbek wird wieder diskutiert. In der Politik gibt es dafür eine Mehrheit.

Oststeinbek.  Nach dem Aus für ein Senioren-Wohnungsbauprojekt auf dem Rathaus-Parkplatz in Oststeinbek (wir berichteten) rückt jetzt wieder ein Standort in den Fokus, über den die Politik schon vor Jahren intensiv diskutiert hat: das sogenannte Allianz-Gelände zwischen Sportzentrum, Gewerbegebiet und Breedenweg. Sowohl die SPD als auch die Oststeinbeker Wählergemeinschaft (OWG) haben für die Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 13. Juni Anträge gestellt mit dem Ziel, dass die Verwaltung einen Investor findet, der dort Wohnraum für ältere Menschen schafft. Das Vorhaben findet auch unter den Gemeindevertretern eine Mehrheit – und ein Unternehmen, das die Sache angehen möchte, steht schon parat.

CDU möchte Gebäude auf dem Rathaus-Parkplatz

„Wir hätten uns die ganzen Zwischenschritte ersparen können“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Höft. Seine Partei hatte sich schon vor zweieinhalb Jahren für das Areal ausgesprochen und war davon auch nie abgerückt. Das im Januar 2014 von der Firma Semmelhaack vorgestellte Generationenpark-Konzept wurde nicht umgesetzt, weil mit CDU oder OWG keine gemeinsame Sache zu machen war. Zwar waren die 270 angedachten Einheiten auch den Sozialdemokraten zu viel, eine kleinere Lösung mit 150 hätten sie aber gerne verwirklicht gesehen. Dazu wäre Semmelhaack bereit gewesen.

Danach bemühte sich das Elmshorner Unternehmen , auf einer Fläche zwischen Möllner Landstraße und dem Postweg aktiv zu werden. Das scheiterte an den Preisvorstellungen der Grundstücksbesitzer. Schließlich stellte die SPD einen Antrag, sich wieder mit dem Allianz-Gelände zu beschäftigen – und wurde von CDU und OWG abgebügelt, die wiederum das Ortszentrum ins Auge fassten. Bürgermeister Jürgen Hettwer wurde beauftragt, Möglichkeiten für den Bereich vom Marktplatz bis zum Rathaus zu eruieren. Erneut stellte Semmelhaack ein Konzept vor, überarbeitete es nach Rücksprache mit Politik und Verwaltung. Es sah 39 Wohnungen, 30 Prozent davon öffentlich gefördert, auf dem Rathaus-Parkplatz vor.

Bauunternehmen Semmelhaack stellt Planungen ein

Im kommenden Bau- und Umweltausschuss sollte Hartmut Thede, Leiter der Projektentwicklung, die Pläne vorstellen. Doch in der vergangenen Woche verrieten Oststeinbeker Politiker der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn, was sie vom Standort Rathaus-Parkplatz halten. Begeistern dafür konnte sich als einzige Partei die CDU. Damit war das Vorhaben geplatzt.

Die Wählergemeinschaft hatte sich ein Grundstück hinter der Begegnungsstätte zwischen Marktplatz und dem Gasthaus Pampilo ausgeguckt, wofür sich laut OWG-Fraktionschef Rudi Hametner aber kein Investor findet. Das Meinungsbild der Entscheidungsträger sorgte für Unmut bei Semmelhaack . Thede teilte Verwaltungschef Hettwer daraufhin mit, die Bemühungen, Seniorenwohnungen in Oststeinbek zu bauen, einzustellen.

Neue Wohnungen für Senioren und junge Familien

„Wir wollen bei dem Thema weiterkommen“, sagt Hametner. Deshalb stellte seine Fraktion jetzt einen Antrag. In dem ist die Rede von 70 bis 90 Wohnungen, wovon ein Teil öffentlich gefördert ist. Bei der Fläche handelt es sich um das Feld direkt hinter den Häusern am Breedenweg und einen kleineren Acker nördlich der Straße Hansetor, der beidseitig von Geschosswohnungen und Einzelhäusern umgeben ist. Auf genau diese Grundstücke zielt auch der Antrag der SPD. Die von der OWG genannte Anzahl der Einheiten ist laut Höft in Ordnung. Während die Wählergemeinschaft jedoch ausschließlich von Seniorenwohnungen spricht, wollen die Genossen dort auch solche im preiswerten Segment für junge Familien schaffen. „Dieser Unterschied sollte aber kein Hindernis sein“, sagt Höft.

Im Bau- und Umweltausschuss haben Sozialdemokraten und OWG eine Mehrheit. Diese ist für den Standort Allianz-Gelände auch in der Gemeindevertretung durch den FDP-Politiker Jürgen Verwiebe gesichert. Er sagt: „Die Richtung stimmt. Wir unterstützen die SPD, 80 Wohnungen wären dort zumindest ein Beginn.“ Auch die CDU schaltet nicht auf stur. Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck: „Eine Zustimmung für den Breedenweg schließe ich nicht aus.“

Das Areal ist unter vier Besitzern aufgeteilt. Ein Investor müsste einen Teil davon erwerben. Und der könnte Semmelhaack heißen. Projektentwicklungsleiter Thede sagt: „Der Seniorenbeirat und viele ältere Oststeinbeker haben uns gebeten, den Entschluss zu überdenken.“ Die Firma sei wieder bereit, bezahlbaren Wohnraum in der Gemeinde zu schaffen.