Stormarn
Bad Oldesloe

Diese zwei Kandidaten gehen in die Stichwahl

Gehen in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt: Jörg Lembke (links) und Jörg Feldmann

Gehen in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt: Jörg Lembke (links) und Jörg Feldmann

Foto: Finn Fischer / HA

Der neue Bürgermeister steht noch nicht fest. Jörg Lembke und Jörg Feldmann bekommen die meisten Stimmen. In zwei Wochen geht’s weiter.

Bad Oldesloe.  Der neue Bürgermeist von Bad Oldesloe heißt Jörg und ist Polizist. Mehr steht aber im Moment noch nicht fest. Denn im ersten Wahlgang gab es gestern Abend noch keinen Sieger unter den Kandidaten , der mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen bekommen hat. Und so muss eine Stichwahl darüber entscheiden, wer in den kommenden sechs Jahren die Verwaltung der Kreisstadt führen wird. In zwei Wochen stehen dann zur Wahl: Jörg Lembke, der parteilose Polizist, der mit 39,7 Prozent der Stimmen überraschend deutlich vorn lag, und Jörg Feldmann (CDU), ebenfalls Polizist, der mit 27,1 Prozent auf dem zweiten Platz landete. Chancenlos waren die von der SPD ins Rennen geschickte Maria Herrmann mit 17,4 Prozent und der ebenfalls parteilose Kandidat Sebastian Schulz mit 15,8 Prozent.

Jörg Lembke ist der Gewinner des Abends, aber noch nicht der neue Bürgermeister. Nötig wäre ein Ergebnis von mehr als 50 Prozent gewesen, die absolute Mehrheit. „Ich freue mich natürlich sehr, dass so viele Oldesloer mich heute gewählt haben“, sagte der 49-Jährige. Aber damit ist die Wahl für ihn noch nicht gewonnen. „Bei der Stichwahl geht es wieder bei Null los.“ In den nächsten zwei Wochen will Lembke weiter um Wähler werben, Hausbesuche machen und zu einer Infoveranstaltung ins Bürgerhaus einladen, um „die noch unentschlossenen Wähler zu mobilisieren.“

Lembke überzeugte mit nüchterner und bürgernaher Art

Lembke, 49 Jahre alt, Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Feldhorst, konnte viele Wähler mit seiner nüchternen Art überzeugen. Auch sein ehrenamtliches Engagement – der Kriminalbeamte ist Vorsitzender des Kreisfußballverbandes, Mitglied im VfL Oldesloe und bei der Freiwilligen Feuerwehr – dürfte ihm viel Sympathien gebracht haben. Noch am Nachmittag verkaufte Lembke Würstchen beim Verbandsligaspiel VfL Oldesloe gegen TSV Bargteheide , so wie er es bei den Heimspielen im Travestadion immer macht – als sei dies ein ganz normaler Sonntag gewesen.

Sein Kontrahent im bisherigen Wahlkampf und auch in den kommenden zwei Wochen ist Jörg Feldmann. Der CDU-Kandidat erreichte solide 27,1 Prozent. „In 14 Tagen geht es weiter und ich bin gespannt, wie sich das Wählerpotenzial der beiden ausgeschiedenen Kandidaten verteilen wird“, sagt Feldmann. Auch er wird bis dahin weiter in den Wahlkampf gehen. „Wie der Wahlkampf in den nächsten zwei Wochen aussehen wird, überlege ich mir morgen“, sagte er am Abend.

Feldmann will als „Externer“ frischen Wind in die Kreisstadt bringen

Jörg Feldmann ist der einzige Kandidat, der nicht in oder in der Nähe von Bad Oldesloe wohnt. Dennoch konnte der 58-Jährige viele Wähler überzeugen. Im Wahlkampf warb Feldmann aktiv mit seiner Rolle als „Externer“, der „frischen Wind nach Bad Oldesloe“ bringen will.

Für Sebastian Schulz und Maria Herrmann ist die Bürgermeisterwahl zu Ende. „Das Ergebnis in dieser Form habe ich so nicht erwartet“, sagte Maria Herrmann, nachdem der letzte der 17 Bezirke ausgezählt war, sichtlich geknickt. „Ich habe im Wahlkampf alles gegeben und jetzt mache ich die nächsten 14 Tage erst mal Urlaub“, so die Kandidatin, die seit mehr als 20 Jahren in der Kreisstadt lebt und sich seit Jahren in der Lokalpolitik ehrenamtlich engagiert. Das hinterließ Spuren, auf die eine oder andere Weise. Dass ihre Person nicht unumstritten sei, hatte Herrmann auch im Wahlkampf immer wieder betont. „Aber so ist das eben, wenn man zu verschiedensten Themen in der Stadt seine Meinung äußert“, sagte sie bei einer Kandidaten-Runde.

Am 19. Juni steht die Stichwahl auf dem Programm

Sebastian Schulz blieb als einziger Kandidat der Wahlveranstaltung im und vor dem Stadthaus am Marktplatz fern. Den Oldesloer traf es noch härter als die SPD-Kandidatin. Der kam nur auf 15,8 Prozent. Damit liegt der 40-Jährige auf dem vierten Platz.

Die Wahlbeteiligung lag am Wahlsonntag bei 46,3 Prozent der 20.030 Wahlberechtigten. Nur knapp jeder zweite ist also im Verlauf des Sonntags ins Wahllokal gegangen oder hat vorab per Briefwahl sein Kreuz gemacht. Das ist nicht schlecht, aber auch kein Grund zum Feiern. Zum Vergleich: In Ahrensburg gab es zuletzt eine Wahlbeteiligung von gerade mal 36,4 Prozent.

In zwei Wochen, am Sonntag, 19. Juni, geht die Wahl in Bad Oldesloe in die zweite Runde. Dann wird sich zeigen, welcher Polizist mit dem Namen Jörg in den nächsten sechs Jahren Bürgermeister sein wird.