Stormarn
Stadtfest

Zukunft des Ahrensburger Oktoberfests ist unsicher

Ausgelassene Stimmung beim Ahrensburger Oktoberfest 2015

Ausgelassene Stimmung beim Ahrensburger Oktoberfest 2015

Foto: Sebastian Knorr / HA

Kulturausschuss vertagt Grundsatzbeschluss. SPD-Fraktion hat Beratungsbedarf. Grund: Vertragslaufzeit über drei Jahre ist umstritten.

Ahrensburg.  Über das Ahrensburger Oktoberfest wird auch in diesem Jahr wieder diskutiert – und erneut kommt Gegenwind aus den Reihen der SPD. Eine Entscheidung im Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss über einen dreijährigen Vertrag mit der Veranstaltungsagentur EPM Concept – zur Debatte stehen die Jahre 2017 bis 2019 – ist jetzt erst einmal vertagt.

„Ich verstehe nicht, warum wir uns auf drei Jahre festlegen müssen“, sagt Doris Unger, die für die SPD im Ausschuss sitzt und auf der jüngsten Sitzung weiteren Beratungsbedarf angemeldet hat. Ihre Fraktion habe noch nicht genug Zeit gehabt, sich mit der Vorlage zu beschäftigen, so Unger. Entschieden wird also bei der nächsten Sitzung im Juli.

Ausschuss sprach sich 2015 gegen Fest aus

Bereits im März vergangenen Jahres hatte Unger mit kritischen Äußerungen über das Fest auf sich aufmerksam gemacht. „Ein Oktoberfest passt nicht nach Ahrensburg“, sagte sie der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn mit Blick auf das bayerische Volksfest. Im Kern zielte ihre Kritik vor allem aber auf die Lärmbelästigung.

Auch damals stand ein dreijähriger Vertrag mit EPM Concept zur Diskussion. Der Oldesloer Veranstalter hatte für eine bessere Planungssicherheit einen Antrag an die Stadt gestellt, das Oktoberfest im Zeitraum von 2015 bis 2017 durchzuführen. Im Ausschuss gab es dafür keine Mehrheit. Vier Politiker stimmten zu. Genauso viele waren dagegen, neben den Mitgliedern der SPD auch die von Grünen und Wählergemeinschaft WAB.

Maßnahmen zum Lärmschutz zeigen Wirkung

Die endgültige Entscheidung oblag schließlich aber der Stadtverordnetenversammlung. Die einigte sich auf einen Kompromiss : Statt der eigentlich veranschlagten Vertragsdauer von drei Jahren gab sie die Zusage für zwei, außerdem sollte der Veranstalter in Sachen Lärmschutz nachbessern. Bereits 2015 wurde daraufhin unter anderem die Musik an den Verkaufständen auf der Großen Straße reduziert.

Auch im Eingangsbereich des Festzeltes wurde keine Musik mehr gespielt, die Zeltwände innen mit Stoff gedämmt. Für 2016 wurde noch weiter nachjustiert: Hatte man im Vorjahr die Musik im Raucherbereich nur reduziert, bleibt sie dort jetzt ganz weg.

Dass diese Maßnahmen gefruchtet haben, darüber sind sich die Politiker einig. „Mit dem neuen Konzept gibt es keinen Grund mehr, dagegen zu stimmen“, sagt Dustin Holzmann von der WAB. Auch Doris Unger lobt die Maßnahmen, stört sich allerdings an der Vertragsdauer. Sie sagt: „So lange Vorlaufzeiten brauchen Veranstalter nicht.“ Christian Schubbert von den Grünen sieht das ähnlich. Auch seine Partei habe Vorbehalte wegen der langfristigen Bindung.

„Aus unser Sicht spricht nichts gegen den Antrag“, sagt dagegen Matthias Stern (CDU) – er könne gut verstehen das der Veranstalter Planungssicherheit brauche, außerdem habe man mit EPM Concept die letzten Jahre gute Erfahrungen gemacht.