Stormarn
Gaststättenverband

Gastronomie klagt in Ahrensburg über Bürokratie

Deho-Chef Axel Strehl zieht bei der Jahreshauptversammlung Bilanz

Deho-Chef Axel Strehl zieht bei der Jahreshauptversammlung Bilanz

Foto: Lutz Wendler / HA

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband traf sich in Ahrensburg. Axel Strehl kritisiert Arbeitsschutz und Finanzbehörden.

Ahrensburg.  Axel Strehl hatte das Unterhaltungsprogramm für das Essen nach der Jahreshauptversammlung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Ahrensburger Hotel am Schloss doppelt gut gewählt: Zauberer Bobby Wenzing erwies sich als Entertainer, der sein Publikum verblüffte und alle die amüsierte, die das Glück hatten, nicht als Sidekick auf die Bühne gebeten zu werden.

Der hintersinnige Nebeneffekt all der Kartentricks, schwebenden gedeckten Tischchen und verbogenen Gabeln könnte lauten: Von dem Mann können sich Gastwirte und Hoteliers etwas abgucken – denn wollen sie schwere Zeiten überleben, so müssen sie ab und zu auch zaubern. Und Bobbys Geldscheinverdopplung beim Zählen und sein Recycling, mit dem er 100 Euro-Scheine aus Altpapier gewann, könnten auch ein Geschäftsmodell für eine gebeutelte Branche sein.

Strehl listet all das auf, was Kollegen zu schaffen macht

In seinem Bericht zur Lage listete der Ahrensburger Gastronom Strehl, seit 2014 Dehoga-Landesverbandspräsident Schleswig-Holstein, all das auf, was Kollegen zu schaffen macht. Beginnend beim großen Ganzen klagte er über bürokratische Auswirkungen des Arbeitsschutzgesetzes. Er wünschte sich von Arbeitsministerin Andrea Nahles mehr Verständnis und Flexibilität für eine Branche, die saisonal überdurchschnittlich viel arbeitet und als Überstundenausgleich umsatzarme Phasen nutzen müsste. Verärgert war Strehl über das Misstrauen der Finanzämter, die den meisten in der Gastronomie eingesetzten Kassensystemen nicht trauten, darauf oft zum Nachteil der Unternehmer reagierten und bei unangemeldeten Betriebsprüfungen die Abläufe geschäftsschädigend behinderten. „Wir stehen unter Generalverdacht“, sagte Strehl und forderte registrierte Kassen mit Bundessiegel.

Grundsätzlich gelte, dass für zu geringe Erträge zu viel gearbeitet werden müsse. „Als Branche, die viele Menschen ausbildet und beschäftigt, brauchen wir Wertschätzung und Wertschöpfung“, sagte Strehl. Auf Stormarn bezogen forderte er, dass im Tourismus Gas gegeben werden müsse. Während im Ahrensburger Bau-Ausschuss das wegen Parkplatzeinbußen vom städtischen Einzelhandel kritisierte Lindenhof-Bauprojekt auf den Weg gebracht wurde, forderte Strehl von der Politik ausreichend Parkraum für die City. Um aber Parkplätze für alle mit kurzen Wegen zu bekommen, bräuchte es dann doch wohl Zauberei.