Stormarn
Fluglärm

Stormarner Bürgerinitiative fordert längeres Nachtflugverbot

Die Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Stormarn fordert ein strengeres Nachtflugverbot am Hamburger Flughafen

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Die Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Stormarn fordert ein strengeres Nachtflugverbot am Hamburger Flughafen

Stormarner Bürgerinitiativen wollen Ruhe von 22 bis 6 Uhr. Die Fluglärmschutzkommission tagt heute im Bargteheider Ganztagszentrum.

Bargteheide.  Vor der Sitzung der Fluglärmschutzkommission in Bargteheide am heutigen Donnerstag fordern mehrere Gruppen ein strengeres Nachtflugverbot. Am Hamburger Flughafen soll zwischen 22 und 6 Uhr Pause sein, an Sonn- und Feiertagen sogar bis 8 Uhr. "Wer als Eigentümer und Betreiber die Vorteile eines innerstädtischen Flughafens in einer dicht besiedelten Metropolregion nutzen will, muss die Nachteile akzeptieren und besondere Rücksicht auf die Bürger nehmen", sagt René Schwartz, Sprecher der Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Stormarn (BAW).

Der Initiativkreis Fluglärm, dem neben der BAW Initiativen aus Hamburg und Norderstedt angehören, wirft der Hamburgischen Bürgerschaft vor, die circa 250.000 betroffenen Bürger nicht genug zu schützen. In einem Brief werden die Abgeordneten aufgefordert, den 16-Punkte-Plan zur Belastungsreduzierung konsequenter durchzusetzen. Bisher gilt das Nachtflugverbot von 23 bis 6 Uhr. Im April beanspruchten 30 Flugzeuge eine Ausnahmeregel und landeten später. Mit einer Pünktlichkeitsoffensive will der Flughafen die Zahl weiter senken.

Initiativen fordern Fluglärmschutzeuros von Passagieren

Die Initiativen haben noch weitere Forderungen. Für Stormarn sollen An- und Abflugkorridore nach dem Minimum-Noise-Routing-System festgelegt werden. Das bedeutet, dass die Routen der Flugzeuge über Gegenden führen, in denen wenig Menschen leben. Dank moderner Technik ist das schon bis auf wenige Meter genau möglich. Zudem sollte das laute Flachstartverfahren verboten werden. Von allen Passagieren sollte außerdem je Start und Landung ein Fluglärmschutzeuro kassiert und zweckbestimmt eingesetzt werden.

In der Fluglärmschutzkommission sitzt mit Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach auch ein Stormarner Vertreter. Bei dem Treffen in Bargteheide können Bürger auch Fragen stellen. Im Vorjahr war die Zahl der Beschwerden aus dem Kreis Stormarn von 110 auf rund 2400 gestiegen.

Fluglärmschutzkommission, Donnerstag, 2. Juni, 18 Uhr, Ganztagszentrum Bargteheide (Am Markt 2)

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