Stormarn
Trittau

Neue Kunstausstellung von Harald Popp in der Wassermühle

Harald Popps Ausstellung "Untitled" wird bald in der Trittauer Wassermühle gezeigt

Harald Popps Ausstellung "Untitled" wird bald in der Trittauer Wassermühle gezeigt

Foto: Pelle Kohrs / HA

Der Künstler möchte mit seinen Fotos die Möglichkeiten der Manipulation thematisieren, indem er gerade nicht manipuliert.

Trittau.  Ist das Foto des Sonnenaufgangs, das ein Bekannter im Karibikurlaub geschossen hat, echt? Oder nachträglich am Computer manipuliert worden? In Zeiten der Digitalisierung ist das für Betrachter nur schwer zu sagen. Der Künstler Harald Popp möchte mit seinen Fotografien das Verhältnis zwischen Realität und Abbild im digitalen Zeitalter genauer beleuchten. Seine Ausstellung „Ohne Titel“ ist ab Sonnabend, 28. Mai, in der Trittauer Wassermühle zu sehen.

In der Galerie sind dann aktuelle und ältere Foto-Serien des Künstlers zu sehen, die auf die verschiedenen Räume in der Wassermühle, dem Kulturzentrum Trittaus, verteilt sind. Die Fotos des Hamburger Künstlers sollen darauf aufmerksam machen, wie sehr sich die Sehgewohnheit durch die Digitalisierung der Bildwelten verändert hat. „Heutzutage ist es für uns selbstverständlich, anzunehmen, dass jede Fotografie digital manipuliert sein könnte“, sagt Popp, der an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg studiert hat. „Wir betrachten Bilder eigentlich immer mit diesem Hintergedanken.“

Die Fotos sind komplett analog konstruiert worden

Um das deutlich zu machen, erstellte der Hamburger Fotografien, die auf den ersten Blick ebenfalls so aussehen, als seien sie am Computer bearbeitet oder sogar gänzlich erzeugt worden. „Heute ist es weitaus einfacher, Fotos zu manipulieren, als früher“, sagt Harald Popp. „Das Bestreben danach hat es aber schon immer gegeben.“ Dass seine Fotos eben nicht digital, sondern komplett analog konstruiert worden sind, ist erst beim genaueren Hinschauen zu erkennen.

So stellen sich einfarbige Flächen auf den zweiten Blick als Pappen, kerzengerade Linien als Stäbe und animiert anmutende Objekte als Knetmasse heraus. Das, und auch die Dreidimensionalität, die vor allem in Popps aktuellen Werken zu erkennen ist, kann den Betrachter der Fotos durchaus irritieren, gleichzeitig aber auch verblüffen. Besonders dann, wenn er erfährt, dass nichts davon einem Computerprogramm entsprungen ist.

Die Ausstellung kann bis Mitte Juli besucht werden

„Nur die Fotografien selbst sind natürlich nicht analog, sondern digital entwickelt“, sagt Harald Popp und lacht. Beim Erstellen der Motive verfolge er keinen Plan, richte sich auch nicht nach einer Skizze. „Ich suche das Bild während des Prozesses“, so der Künstler, der 1974 im bayerischen Illertissen geboren worden ist.

Bis zum 24. Juli hat die Ausstellung geöffnet. Am Freitag, 3. Juli, gibt es die Gelegenheit, mit dem Künstler Harald Popp ins Gespräch zu kommen. Die Moderation dabei übernimmt Katharina Schlüter, Kuratorin von der Sparkassen-Kulturstiftung. Außerdem wird die Ausstellung am Sonnabend, 18. Juni, vom Stormarner Kinderatelier thematisiert. Anmeldungen dazu werden unter Telefon 04102/70 78 10 15 entgegengenommen.

Ausstellung „Ohne Titel“ Eröffnung Sa 28.5., 16.00, Trittaus Kulturzentrum Wassermühle, Galerie, Am Mühlenteich 3, zu sehen bis 24.7., geöffnet immer Sa und So, 11.00-18.00, der Eintritt ist frei