Stormarn
Outdoor-Sport

In Lütjensee wird Golf zum Abenteuer

Marc Hilger ist der Initiator und Betreiber der Adventure-Golf-Anlage

Marc Hilger ist der Initiator und Betreiber der Adventure-Golf-Anlage

Foto: Pelle Kohrs / HA

Trendsport kommt aus USA: Zwischen Mönchteich und Nordstrand des Großensees hat die erste Adventure-Golf-Anlage Stormarns eröffnet.

Lütjensee.  Direkt am Waldrand, hinter der Tennis- und Reitanlage Schleushörn in der Gemeinde Lütjensee, in unmittelbarer Nähe zum Nordstrand des Großensees, befindet sich ein Areal, das auf den ersten Blick an eine kleine Idylle erinnert. Auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern erstreckt sich leuchtend grüner, kurz geschnittener Rasen. Mehrere Steinmauern verlaufen um einen kleinen Bach, der leise vor sich hin plätschert. Drei Holzbänke bieten Platz zum Ausruhen. Nur die 18 Fahnen, die auf dem Gelände aus dem Boden ragen, lassen erahnen, worum es sich hier wirklich handelt – nämlich um die erste Abenteuergolf-Anlage in der Region.

In den USA hat Adventure-Golf schon seit langer Zeit viele Fans

Die Idee für das Projekt stammt vom Lütjenseer Marc Hilger, der aus der Freizeitpark-Branche kommt. „Ich habe in den USA viele Messen besucht“, sagt er. „Dort ist Adventure-Golf schon lange ein Trend.“ Hierzulande sei diese Golf-Variante bisher aber eher unbekannt, gewinne aber zunehmend an Popularität. „In Süddeutschland gibt es gefühlt in jedem dritten Ort eine Abenteuergolf-Anlage“, sagt Hilger. „Hier im Norden hingegen gibt es kaum welche.“

Das ist jetzt anders – seit Anfang des Monats kann auch in Lütjensee abenteuerlich gegolft werden. „Viele Leute glauben, dass man richtig golfen können muss, um Adventure-Golf zu spielen“, sagt Marc Hilger. „Dem ist aber nicht so.“ Denn das Spiel funktioniere ähnlich wie Minigolf, auch wenn es erhebliche Unterschiede gibt. So sind die Bahnen nicht betoniert, sondern frei angelegt und mit weichem Kunstrasen überzogen. „Gespielt wird zwar mit Minigolfschlägern, dafür aber mit echten Golfbällen, weil diese besser auf dem künstlichen Rasen rollen“, erklärt Hilger.

Für die Hindernisse verwendete Betreiber Marc Hilger naturbelassene Materialien

Auch die Hindernisse sind anders als beim Minigolf. Der Spieler muss die Bälle etwa über kleine Hügel, Baumstämme, Sandlöchter, Wassergräben oder große Steine befördern. „Die Anlage ist so geplant worden, dass sie sich gut in die Umgebung einfügt“, sagt Hilger. Daher seien auch nur naturbelassene Materialien verwendet worden. Und davon eine ganze Menge – 60 Tonnen Steine und 900 Tonnen Schotter sind für die Bauarbeiten angeliefert worden. Sechs Monate hat es gedauert, bis alles fertig war. „Den Winter über konnte nicht gearbeitet werden, weil gewisse Temperaturen herrschen müssen, wenn der Kunstrasen verklebt wird“, so Marc Hilger. Trotzdem sei alles nach Plan verlaufen. Der Bau der Golfanlage kostete rund 300.000 Euro.

Das Abenteuergolf-Gelände ist nicht nur von Lütjensee aus gut zu erreichen. Es liegt zwischen dem Mönchteich und dem Nordstrand des Großensees. Marc Hilger: „Vom Strand aus muss man nur ein paar Minuten durch den Wald gehen, um hierher zu kommen.“ Auch Hunde können mitgebracht werden, dürfen aber nicht die Bahnen betreten. „Die Gefahr, dass sie die Baumstämme und den Kunstrasen als Einladung verstehen, ist zu groß“, sagt Hilger und lacht dabei.

Anlage kommt bei Spielern gut an

Dafür dass der Lütjenseer die Eröffnung der Anlage nirgendwo angekündigt hat, sei die Resonanz bisher recht gut gewesen. Seit rund zwei Wochen kann hier gespielt werden. „Das wird sich jetzt nach und nach rumsprechen“, sagt Marc Hilger, der in der nächsten Zeit noch selbst an der Kasse sitzen wird, die sich in einem kleinen Holzhaus an der Anlage befindet. Dort können auch Getränke gekauft werden. Wer eine Pause vom Spiel braucht, kann sich an einem der Holztische auf der Terrasse niederlassen. „Die Umgebung hier ist wirklich schön“, sagt Hilger, der in unmittelbarer Nähe zu seiner Golfanlage wohnt.

Circa eineinhalb Stunden, schätzt Hilger, brauchen vier Leute, um alle 18 Löcher zu bespielen. Das sei genau die richtige Zeit, findet der Lütjenseer. „Weil kleinere Kinder nach zwei Stunden auch gern mal die Lust verlieren“, so der Familienvater. Das Abenteuergolfen richte sich an alle Altersgruppen. Marc Hilger sagt: „Es ist sowohl für Kindergeburtstage als auch für Firmenfeiern geeignet.“