Stormarn
Kreis Stormarn

Nach 18 Jahren ist für Landrat Klaus Plöger Zapfenstreich

Beim Zapfenstreich stand Klaus Plöger auf einem Podest mit Stormarn-Wappen, daneben Ehefrau Jutta (links) und Kreisbrandmeister Gerd Riemann sowie Hans-Werner (rechts) und Cornelia Harmuth

Beim Zapfenstreich stand Klaus Plöger auf einem Podest mit Stormarn-Wappen, daneben Ehefrau Jutta (links) und Kreisbrandmeister Gerd Riemann sowie Hans-Werner (rechts) und Cornelia Harmuth

Foto: René Soukup / HA

Landrat wird feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Landjährige Weggefährten erzählen im Abendblatt, was sie nun vermissen werden.

Bad Oldesloe.  Es war alles bis ins letzte Detail geplant. Am Vormittag hatte sich Michael Drenckhahn, Pressesprecher des Kreises Stormarn, noch schnell zum Baumarkt aufgemacht, besorgte zehn Plastikeimer zu je 99 Cent – vorsorglich, um darin Blumen lagern zu können. Verwendung fanden sie aber nicht auf dem Abschiedsempfang von Klaus Plöger in Bad Oldesloe. Nicht einen Strauß bekam der 67-Jährige in die Hand gedrückt, und auch der Gabentisch war übersichtlich bestückt. Ein Zeichen der Undankbarkeit? Nicht wirklich. Plöger hatte es sich so gewünscht, stattdessen um eine Spende für die Stiftung Schloss Ahrensburg gebeten. Die 200 geladenen Gäste folgten dem Ansinnen – genauso wie die Kreistagspolitiker in den vergangenen 18 Jahren viele seiner Ideen als Landrat geschlossen unterstützt hatten.

Plöger und seine Entscheidungsträger – das passte. Zum Wohle des inzwischen schuldenfreien Kreises bewegten sie Vieles. Hier der unkonventionelle Landrat mit den markigen Sprüchen und SPD-Parteibuch, der aber neutral agierte, sich nicht nur einmal mit den Genossen von der Landesregierung anlegte und Ministerpräsident Torsten Albig vor versammelter Mannschaft anpfiff, als der eine seiner Mitarbeiterinnen kritisierte. Dort die Politiker, die seinen Einsatz schätzten. In den Dankesreden im Kreistagssitzungssaal lobten die Fraktionschefs immer wieder das von Plöger entwickelte Stormarner Modell: Details des Kreishaushaltes wurden in kleiner Runde hinter verschlossenen Türen besprochen, die Ergebnisse dann öffentlich beschlossen. Es war das Erfolgsrezept.

Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (CDU) sagte: „Er hat frischen Wind in die Verwaltung gebracht.“ Der Politiker lobte Plöger als „Moderator und Vermittler“. Zusammen mit Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, überreichte Harmuth dem Mann, der am Freitagabend um 19.49 Uhr seine Entlassungsurkunde bekam und damit in den von ihm selbst gewählten Ruhestand ging, ein Portrait der Künstlerin Katharina Duwe, die darin Plögers Persönlichkeit festhielt.

Originell war auch Forum-21-Politiker Heinrich Dierking. Der Reinbeker vergab in seiner Rede Schulnoten für Plögers Wirken in verschiedenen Bereichen. Eine Anspielung auf dessen frühere Tätigkeit als Lehrer. Sabine Rautenberg, Vorsitzende der Kreis-Grünen, sagte: „Ich fühle gerade so, als wenn mein Lieblingslehrer aus der ersten Klasse in den Ruhestand geht.“

Für den emotionalen Höhepunkt des Abends sorgte das Feuerwehrorchester beim großen Zapfenstreich im Innenhof der Kreisverwaltung. An dem Zug nahmen 170 Kameraden aus Wehren des Kreises teil, weitere 80 waren vor Ort. Als „My Way“ von Frank Sinatra erklang, war Plöger, der sich diesen Song gewünscht hatte, sichtlich bewegt. Das verriet der Blick in sein Gesicht.

Am heutigen Montag wird Plöger noch einmal in sein früheres Büro zurückkehren: zur Übergabe an Nachfolger Henning Görtz . In seiner Abschiedsrede versprach er: „Ich werde von draußen keine Ratschläge geben.“