Stormarn
Rad-Event

Bei „Rund um Hamfelde“ gibt es nur Gewinner

Foto: Verena Künstner / HA

Beim Rad-Event in Hamfelde treten Behinderte mit Nichtbehinderten an. Rundenanzahl und Zeit spielen bei diesem Rennen keine Rolle.

Hamfelde.  Am Sonntag bekommt die Frühlingssonne Konkurrenz: In Hamfelde findet zum fünften Mal das Radevent „Rund um Hamfelde“ statt. Konkurrenz deshalb, weil bei der Veranstaltung der Hermann Jülich Werkgemeinschaft, die schwerst mehrfach behinderten Menschen Arbeitsplätze und ein Zuhause bietet, Teilnehmer und Zuschauer erfahrungsgemäß um die Wette strahlen.

Behinderte und Nichtbehinderte gehen auf Spezialfahrrädern in Zweier- oder Dreierteams an den Start, unterstützen sich auf der rund zwei Kilometer langen Strecke gegenseitig und kommen gemeinsam ans Ziel. Rundenanzahl und Zeit spielen bei diesem außergewöhnlichen Radrennen keine Rolle. „Jeder startet so, wie er kann, und alle Starter gewinnen“, sagt Anke Brammen, Heimleiterin der Hamfelder Einrichtung an der Hofstraße. „Die Erfolge der Teilnehmer lassen sich sowieso nicht anhand von Platzierungen ablesen“, sagt sie. Es gehe um viel mehr als um die schnellste Zeit. Es gehe um das Gefühl, was sich zwischen den Behinderten und ihren sogenannten Radpiloten entwickele. Um den Mut, sich zu trauen und das Erlebnis, gemeinsam etwas zu schaffen. Heimleiterin Anke Brammen: „Wir erleben hautnah, wie positiv sich das Radfahren auf die Stimmung der Betreuten auswirkt. Sie sind zwar konzentriert, können gleichzeitig aber auch loslassen und Fahrtwind und Bewegung genießen. Die Behinderung tritt dabei völlig in den Hintergrund.“

Inklusion dank über 15 verschiedener Radmodelle

Was im Jahr 2012 als Versuchsprojekt das erste Mal stattfand, hat sich zu einer festen Veranstaltung entwickelt. In Zusammenarbeit mit Radprofis des Teams „Hamfelder Hof“ ist eine feste Radsportgruppe entstanden, die regelmäßig auf Trainingsfahrt geht. Mittlerweile lockt „Rund um Hamfelde“ neben einem Großteil der Einwohner des 500-Seelen-Dorfes und Besuchern aus Nachbargemeinden auch Fahrradhersteller an, die der Werkgemeinschaft Spezialräder wie Handbikes, Paralleltandems, Dreiräder und Rikschas für den Veranstaltungstag zur Verfügung stellen und sich außerdem vor Ort mit einem Stand präsentieren. Mehr als 15 unterschiedliche Modelle ermöglichen, dass nahezu keine körperliche Einschränkung der Teilnahme am Rennen im Wege steht.

Dank großzügiger Unterstützer konnte sich der Verein bereits ein eigenes, hochwertiges Paralleltandem kaufen. Damit können die Bewohner der Hermann Jülich Werkgemeinschaft nun auch unabhängig vom Radevent unterwegs sein. „Das Tandem ist so beliebt, dass es bei gutem Wetter ständig im Einsatz ist“, sagt Anke Brammen. Der Kauf eines weiteren Spezialrades ist ein Herzenswunsch. Das Geld, das am Sonntag durch Tombola und den Verkauf von Kuchen, Gegrilltem und Getränken eingenommen wird, kommt daher einer Neuanschaffung zu Gute.

Der Startschuss zum Hauptrennen fällt um 10 Uhr mit der Startnummernvergabe. Ab 12.30 Uhr beginnt das Bambini-Rennen mit Laufrädern. Im Rahmenprogramm: Katharina Maria Kagel, Opern- und Konzertsängerin aus Großensee, und Sofie Pieters mit den Musiktalenten der Werkgemeinschaft.

Start- und Zieladresse: Dorfstraße 27 in Hamfelde/Stormarn.