Stormarn
Immobilienwelt

Wo die Häuser in Stormarn noch nicht ganz so teuer sind

Auch in Stormarn steigen die Immobilienpreise. Wer weiter entfernt von Hamburg investiert, kann mit den günstigen Zinsen relativ gut Wohneigentümer werden

Foto: Daniel Karmann / dpa

Auch in Stormarn steigen die Immobilienpreise. Wer weiter entfernt von Hamburg investiert, kann mit den günstigen Zinsen relativ gut Wohneigentümer werden

Die Immobilienpreise steigen auch in Stormarn. Doch wer weiter entfernt von Hamburg investiert, kann mit günstigen Zinsen rechnen.

Bad Oldesloe.  Wer im Kreis Stormarn in Wohnraum investieren will, sollte nicht zu lange warten. Die Preise auf dem Immobilienmarkt ziehen weiter an. Vor allem Neubauten werden hier deutlich teuer, während sich die Preise für bestehende Objekte weniger stark erhöhten als in den Vorjahren. Das zeigt der neue Immobilienatlas der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg.

"Wohnimmobilien werden unvermindert stark nachgefragt", sagt Peter Magel. Der Vorstandsvorsitzende der LBS ist überzeugt: "Käufer sollten heute den Sprung ins selbstgenutzte Eigentum wagen." Trotz steigender Preise ermöglichen die niedrigsten Zinsen aller Zeiten noch in vielen Lagen eine monatliche Finanzierungsbelastung in der Höhe der durchschnittlichen Mietkosten.

Doch Käufer sollten bei der Wahl des Standortes ihrer Immobilie flexibel sein. Im Hamburger Umland sind die Preise niedriger als in der City. Doch auch hier gibt es starke Gefälle in der Preisentwicklung. Wer Anfang des Jahres in Ahrensburg eine Bestandsimmobilie kaufte, zahlte für den Quadratmeter im Schnitt 2634 Euro – das sind 1,8 Prozent weniger als noch im vergangenen Jahr. Im Ahrensburger Umland dagegen stieg der Quadratmeterpreis von 2311 auf 2443 Euro, also um 5,7 Prozent. In Bargteheide müssen Käufer von Ein- oder Zweifamilienhäusern derzeit im Schnitt 2114 Euro pro Quadratmeter zahlen, also 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Bargteheider Umland liegen die Preise auf dem Vorjahresniveau bei 1.887 Euro.

Anders in der Kreisstadt: In Bad Oldesloe stiegen die Preise von 1596 auf 1796 Euro (12,5 Prozent), im benachbarten Umland sanken sie auf 1557 Euro. Das sind 6,3 Prozent weniger als noch vor zwölf Monaten. Trotz der Preissteigerung im Stadtgebiet sind die Immobilienpreise in Bad Oldesloe im Vergleich günstig – auch im Hinblick auf die gute infrastrukturelle Anbindung. In der Kreisstadt und deren Umland lassen sich nach Angaben von Maklern derzeit Schnäppchen machen. "Grundsätzlich gilt: Je weiter von Hamburg entfernt, desto günstiger die Preise", sagt Makler Torben Käselow aus Bargteheide. "Bad Oldesloe ist gerade ein Geheimtipp. Hier ist der Erwerb von Bestandsimmobilien im Vergleich zu anderen Gemeinden im Kreisgebiet sehr günstig." Wer statt eines Hauses hier eine Wohnung erwirbt, zahlt für den Quadratmeter nur 1410 Euro – 4,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist. "Man sollte investieren, wenn die Preise unten sind", so der Immobilien-Experte. Er ist sich sicher: "Auch hier werden die Preise steigen."

Makler rät zu Bestandsimmobilien: Neubauten verlören schneller an Wert

Doch auch in anderen Gemeinden machen Käufer nichts verkehrt, wenn sie in Immobilien investieren – etwa in Todendorf, Lasbek oder Elmenhorst. Der Rat des Maklers: "Lieber auf Bestandsimmobilien als auf Neubauten setzen." Beim Hausbau verhalte es sich ähnlich wie bei einem Neuwagen, der nach dem Kauf sofort ein paar Tausend Euro weniger Wert ist, wenn er die Straße berührt. "Häuslebauer müssen in Kauf nehmen, dass Grundstückskauf und Baukosten höher sind als der letztendliche Wert der Immobilie."

Doch woran liegt die gestiegene Nachfrage? Vor allen ist es wohl die günstige Finanzierung. Immer mehr Menschen ziehen Wohneigentum dadurch einem Mietverhältnis vor. "In die Entscheidung, in eigenen Wohnraum zu investieren, spielen viele Faktoren mit rein", sagt Matthias Bernhard, Geschäftsführer der Sparkassen Immobilien Gesellschaft Holstein (SIG). "Die Zinsen sind unverändert attraktiv, das Niveau ist historisch niedrig." So günstig wie heute war Eigentum noch nie zu finanzieren. Statt für rund 4,5 Prozent im Jahr 2006 ist eine zehnjährige Immobilienfinanzierung jetzt für unter 1,5 Prozent zu haben. Bei gleichem persönlichen Budget erhalte der Käufer dadurch heute eine um rund 88 Prozent höhere Darlehenssumme als noch vor zehn Jahren. "Damit überkompensieren die niedrigen Zinsen die anhaltende Kaufpreisentwicklung nahezu in allen Lagen."

Auch durch die langfristig zu erwartende schlechte Entwicklung der Renten würden sich viele Menschen Gedanken über ihre Wohnsituation im Alter machen. Eigentum sei da attraktiver als ein Mietverhältnis. "Ein weiterer Grund sind mangelnde Alternativen, sinnvoll zu investieren", sagt Matthias Bernhard. Immobilien seien eine besonders sichere Geldanlage.

Für LBS-Chef Peter Magel bleibt die Metropolregion ein begehrter Siedlungsraum. Er geht von einer weiter dynamischen Preisentwicklung aus, gerade in jetzt noch günstigeren Lagen. Auch wegen der attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten werde die Nachfrage nach Eigentum nicht nachlassen. "Käufer sollten sich das heutige Zinsniveau langfristig sichern. Damit schützen sie die zumeist höchste Investition nachhaltig gegen das Risiko steigender Zinsen."

Für die Studie wurden im zweiten Halbjahr 2015 insgesamt 13.300 öffentlich zugängliche Immobilienangebote in Hamburg und im Umland erfasst, davon 11.131 Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen aus dem Bestand.

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