Stormarn
Rallye

In Trittau gehen wieder die Oldtimer an Start

Walter Röhrl am Steuer eines Opel Ascona. Autos sind die große Leidenschaft des ehemaligen Weltmeisters und seines Beifahrers Klaus Hartjen

Walter Röhrl am Steuer eines Opel Ascona. Autos sind die große Leidenschaft des ehemaligen Weltmeisters und seines Beifahrers Klaus Hartjen

Foto: Anja Krien / HA

Am 2. April startet eine Rallye des Motor Clubs Trittau. Fahrer-Legende Walter Röhrl war auch schon mal dabei.

Trittau.  Es ist wie eine Sucht. Wer damit anfängt, kann nicht mehr aufhören – Rallye-Fahren. So beschreibt Klaus Hartjen vom Motor Sport Club (MSC) Trittau seine große Leidenschaft. Seit mehr als 40 Jahren begeistert er sich für Old- und Youngtimer. Nun bereitet er gerade die erste Rallyefahrt seines Vereins vor, der 250 Mitglieder hat. Die elfte ADAC Stormarn Classics ist der Startschuss in die neue Saison.

Fahrzeuge müssen mindestrens 20 Jahre alt sein

Im Hausflur von Klaus Hartjen stapeln sich rote, gelbe und grüne Flyer. Jede Farbe steht für eine geplanten Veranstaltung des Vereins in diesem Jahr. Im großen, hellen Wohnzimmer des Ehepaares lassen sich weitere Schätze entdecken, die für sein Hobby stehen: Fotos von Oldtimern, Pokale in sämtlichen Formen und Größen sowie Bücher über Autos. Auf dem Tisch liegen Karten ausgebreitet, die den Kreis Stormarn und die Umgebung zeigen. Der 67-Jährige sagt: „Momentan plane ich die Route für die Stormarn Classics im April.“ Dafür wolle er sich besonders kniffelige Aufgaben ausdenken. Auf extra abgesperrten Strecken treten die Fahrer nicht nur gegen die Konkurrenz an, sondern vorrangig gegen die Zeit. Es gibt sogenannte Soll-Zeit-Prüfungen. Klaus Hartjen: „Auf einer Karte ist zum Beispiel der Punkt A eingezeichnet, der genau in 15 Minuten und 15 Sekunden erreicht werden soll.“ Eine Lichtschranke misst das Ergebnis. Zugelassen sind alle Fahrzeuge, die bis 31. Dezember 1996 gebaut wurden. „Ist ein Auto mindestens 20 Jahre alt, kann es bei der Youngtimer-Challenge mitfahren“, sagt Hartjen und wirft einen Blick auf eine vor ihm liegende Karte. Aber was ist noch zu beachten? Die Fahrzeuge müssen auf jeden Fall für den Straßenverkehr zugelassen und versichert sein. Entsprechend ihres Baujahres werden sie in die Klassen A bis (bis 1945), Klasse B von 1946 bis 1965), Klasse C (1966 bis 1980) und Klasse D von 1981 bis 1996 eingestuft.

„Eine weitere Voraussetzung ist natürlich, dass der Fahrer einen gültigen Führerschein hat“, sagt Klaus Hartjen und schmunzelt dabei. Der Beifahrer müsse aber keine besonderen Anforderungen erfüllen. „Die jüngste Beifahrerin, die wir jemals dabei hatten, war erst acht Jahre alt“, sagt der Trittauer. Während der Oldtimerfan weiter in seinen Unterlagen blättert, kommt ihm plötzlich ein Geistesblitz. Er sagt: „Ach ja, wichtig ist, dass wir an diesem Tag eine Aufteilung zwischen touristischen und sportlichen Fahrern haben.“ Die, die zum ersten Mal mitfahren, bekämen leichtere Aufgaben. Somit bestehe nicht die Gefahr, dass alle Pokale an die Sportfahrer gingen.

Besucher können sich die Oldtimer ab 10 Uhr anschauen

Wer sich bis zum Sonnabend, 26. März, anmeldet, muss für die Teilnahme nur 75 Euro bezahlen. Spätere Nennungen kosten pro Fahrzeug 100 Euro. Im Preis enthalten sind die kompletten Fahrtunterlagen als Bordbuch, ein Rallye-Schild, zwei Startnummern zum Anbringen an den vorderen Türen sowie Pokale und Ehrenpreise für 30 Prozent der gestarteten Teilnehmer.

Aber nicht alle Stormarner haben die Gelegenheit, selbst einen Oldtimer zu fahren. Dafür schauen sie sich diese umso lieber an. Damit die Besucher der ADAC Classics also auch auf ihre Kosten kommen, hat sich der Verein seine Gedanken gemacht. Hartjen sagt: „Wir fahren mittags gegen 12 Uhr in Trittau los.“ Schon ab 10 Uhr können Interessierte vorbeikommen und sich die Oldtimer angucken. Jeder erhalte ein kleines Heftchen, in dem alle Fahrzeugmodelle und Namen der Fahrer drinstehen. „Es ist bestimmt auch spannend, sich einmal eine technische Abnahme anzugucken“, sagt Hartjen.

Der MSC Trittau erwartet zum Rallye-Wochenende rund 30 Teilnehmer und prominente Gäste. Schon im vergangenen Jahr waren Walter Röhrl und sein Beifahrer Christian Geistdörfer in Trittau. Sie waren zweimalige Weltmeister in den 1980er-Jahren, gaben fleißig Interviews und schrieben Autogramme. In diesem Jahr besuchen Jochi Kleint und Gunter Wanger – Europameister von 1979 – mit ihrem Opel Ascona 400 von der Rallye Monte Carlo 1982 Trittau und fahren in Stormarn mit. Außerdem ist an diesem Sonnabend eine weitere Rallye-Legende zusehen: Der Ford Capri, mit dem Walter Röhrl die Olympia-Rallye 1972 bestritt. Das Fahrzeug ist in vollrestauriertem Zustand zu bestaunen.

Klaus Hartjen wird übrigens nicht am Wettbewerb teilnehmen, da er die Strecke und Aufgaben kennt. „Außerhalb der Konkurrenz fahre ich aber als Beifahrer mit.“

Elfte ADAC Stormarn Classics, Sonnabend, 2. April, ab 10 Uhr auf dem Trittauer Gelände von Opel Rohlf an der Bürgermeister-Hergenhan-Straße 7. Formulare zur Anmeldung gibt es im Internet unter der Adresse www.msc-trittau.de.