Stormarn
Gewerbe

Barsbüttel genehmigt Ansiedlung von Pharmagroßhändler

Der Pharmagroßhändler NOWEDA will auf dem Gelände der alten Tierversuchsanstalt in Barsbüttel eine Lagerhalle bauen

Der Pharmagroßhändler NOWEDA will auf dem Gelände der alten Tierversuchsanstalt in Barsbüttel eine Lagerhalle bauen

Foto: Christian Bierwagen / HA

Das Pharmaunternehmen Noweda zieht in den Ortsteil Willighusen. Dort baut es eine Lagerhalle. Das Grundstück ist bereits gekauft.

Barsbüttel.  5,3 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2014/2015, rund 2000 Mitarbeiter in 19 Niederlassungen in Deutschland, dazu Beteiligungen an Firmen in Luxemburg und in der Schweiz: Der Pharmagroßhändler Noweda zählt hierzulande zu den Großen seiner Branche. Demnächst wird das Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Tierversuchsanstalt im Barsbütteler Ortsteil Willinghusen eine Lagerhalle bauen und von dort Apotheken im Großraum Hamburg mit Arzneimitteln beliefern. Die Gemeindevertreter beschlossen nun die Änderung des Bebauungsplans und gaben Noweda damit grünes Licht.

Das Ergebnis war eindeutig: 20 Politiker stimmten dem Vorhaben zu, lediglich die fraktionslose Hedwig Wieczorreck enthielt sich. Bisher war auf dem 5,2 Hektar großen Gelände ausschließlich die Nutzung als Tierversuchsanstalt erlaubt. Den Betrieb hatte die Firma Takeda aber vor drei Jahren eingestellt, Barsbüttel ging somit ein Gewerbesteuerzahler verloren. Von dem Angebot, die Fläche für vier Millionen Euro zu erwerben, machte die Gemeinde keinen Gebrauch.

Oberverwaltungsgericht lässt Barsbütteler Bürgerinitiative abblitzen

Inzwischen hat Noweda den größeren Teil des Areals gekauft, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den vorderen Bereich mit seinem modernen Bürogebäude. Dort wird das Thünen-Institut für Holzforschung einziehen. „Noweda und Barsbüttel. Das passt zusammen“, sagt Bürgermeister Thomas Schreitmüller. Das sieht eine Bürgerinitiative anders. Sie hatte ein Bürgerbegehren initiiert. Die Kommunalaufsicht des Kreises erklärte dieses für nicht zulässig. Um den Politikern den Satzungsbeschluss zu untersagen, hatte die Interessengemeinschaft Willinghusen beim Verwaltungsgericht einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung eingereicht – und scheiterte.

Daraufhin schalteten die Protestler das Oberverwaltungsgericht ein, hofften, dass es zu einer anderen Auffassung kommt. Das geschah nicht. Diese Nachricht erhielt die Initiative wenige Stunden vor der Gemeindevertretersitzung. Dort waren die Mitglieder dann auch nicht anwesend. „Wir sind sehr missgestimmt“, sagt Initiativensprecher Hinrich Thormählen. Jetzt wollen die Noweda-Gegner ein Normenkontrollverfahren gegen den Satzungsbeschluss betreiben.