Stormarn
Ahrensburg

Der Kino-Entwurf an der Bahnhofsstraße ist Favorit

Der Entwurf für die Bahnhofsstraße

Der Entwurf für die Bahnhofsstraße

Foto: Melchers Architekten / HA

Rathaus hat Konzepte beider Bewerber mit Hilfe von Gutachtern verglichen. Vorschlag aus Bremen liegt vorn. Bauausschuss am 17. Februar.

Ahrensburg.  Erst Ahrensburg, dann Los Angeles: Während Kino-Fans weltweit bis Ende des Monats auf die Oscar-Verleihung warten müssen, soll in Stormarns größter Stadt die Entscheidung über einen neuen Filmpalast mit vier Sälen schon am Mittwoch, 17. Februar, fallen. Die Jury ist der Bau- und Planungsausschuss, der ab 19 Uhr im Peter-Rantzau-Haus tagt. In der Favoritenrolle ist der Entwurf der Melchers Group aus Bremen: Sie will eine zweistellige Millionensumme in ein Kino am Ahrensburger Bahnhof und einen Edeka-Supermarkt plus Wohnungen auf der noch als Parkplatz genutzten Alten Reitbahn investieren.

„Das Konzept liegt bei der Erfüllung unserer städtebaulichen Vorgaben vorn“, sagt Stadtplanerin Katharina Freimuth. Entsprechend empfiehlt das Rathaus den Kommunalpolitikern, Melchers mit der Realisierung zu beauftragen. Der zweite Bewerber, die Hamburger Firma Procom in Zusammenarbeit mit P&B Bau Consulting aus Ahrensburg, konzentriert alle Vorhaben auf die Alte Reitbahn: Kino, Supermarkt, Elektrofachhandel und rund 60 Wohnungen.

Gutachter empfehlen, auf Zahl an Parkplätzen zu achten

Entsprechend breiter und höher wären die Häuser auf dem knapp 6000 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber vom Stormarnplatz. „Procom würde dort rund 4300 Quadratmeter bebauen, Melchers etwa 3400“, sagt Freimuth. Der Entwurf aus Bremen passe sich der Umgebung besser an: Die Höhe der Mehrfamilienhäuser auf dem Dach des Edeka-Marktes nimmt von Süden (bei der Polizei) mit drei Geschossen nach Norden (ein Geschoss) ab. Hinzu kommt ein Gebäude mit Sozialwohnungen.

Das Rathaus hat nicht nur selbst beide Konzepte verglichen, sondern auch Gutachter beauftragt, die Auswirkungen auf Verkehr und Einzelhandel zu prüfen. „Hinsichtlich der zu erwartenden Verkehre unterscheiden sich beide Vorhaben nicht wesentlich“, sagt Katharina Freimuth. Zwischen 2000 und 2300 zusätzliche Autofahrten werde es täglich an der Alten Reitbahn geben. Ausdrücklich empfiehlt der Gutachter, im weiteren Verfahren auf eine möglichst hohe Zahl an Parkplätzen zu achten.

Grüne wollen für den Melchers-Entwurf stimmen

Die Alte Reibahn müsste als Erstes bebaut werden, damit der Edeka-Markt (künftig 2200 statt 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche) von der Bahnhofstraße umziehen kann. Danach könnte der alte Laden abgerissen und das neue Kino mit 600 Plätzen errichtet werden. Der Betreiber – die Hamburger Firma K-Motion, die bereits 14 Häuser im Norden führt – will 500.000 Euro Baukostenzuschuss und knapp 2,2 Millionen Euro für Technik und Ausstattung zahlen. „Bei zügiger Planung und Realisierung könnte Anfang 2019 Eröffnung sein“, sagt Stadtplanerin Freimuth.

Die Grünen wollen für den Melchers-Entwurf stimmen. „Ausschlaggebend war, dass auch öffentlich geförderter Wohnraum vorgesehen ist“, sagt der Stadtverordnete Jörg Hansen. Wie er möchte CDU-Fraktionschef Tobias Koch das Projekt nach zehn Jahren ohne Kino auf den Weg bringen. „Wir haben zwei interessante Vorschläge und werden in der nächsten Fraktionssitzung eine klare Entscheidung treffen“, sagt Koch. Er hoffe, dass sich überparteilich eine große Mehrheit finde.

SPD präferiert reinen Wohnungsbau auf der Alten Reitbahn

Für die FDP hängt vieles an der Parkplatzfrage. „Die jetzigen Pläne verhindern einen Parkhaus-Anbau am Bahnhof auf Jahrzehnte, da müssen wir über eine andere Lösung verhandeln“, sagt der Fraktionsvorsitzende Thomas Bellizzi. Auch an der Alten Reitbahn würden öffentliche Parkplätze wegfallen. Sein Vorschlag lautet: „Wir sollten uns auf einer interfraktionellen Sitzung einigen.“

Große Bedenken hegt allerdings die SPD. „Wir sollten kein städtisches Grundstück dafür hergeben, dass ein Kino gebaut wird“, sagt Fraktionschef Hartmut Möller. Seine Partei präferiere reinen Wohnungsbau auf der Alten Reitbahn und werde bis zum 17. Februar noch mal beraten. Die Wählergemeinschaft WAB hatte bereits angekündigt, reichlich Fragen zu haben, von den Parkplätzen bis zur Architektur.

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