Stormarn
Kommentar

Neues Gewerbe tut Barsbüttel gerade richtig gut

Abendblatt-Redakteur René Soukup

Abendblatt-Redakteur René Soukup

Foto: Birgit Schücking

Barsbüttel, ein Ort der Bürgerbegehren. Die Politik muss aber das große Ganze im Auge haben und kann Gewerbesteuern gut gebrauchen.

Barsbüttel, Ort der Begehren. Im vergangenen Jahr stoppte eine Bürgerinitiative gegen den Willen der Mehrheit der Politik die Planungen für den Rathaus-Neubau. In Willinghusen wollen Teile der Bevölkerung die Ansiedlung des Pharma-Riesen Noweda im Dorf verhindern. Ihre Erfolgsaussichten sind gering, die Kommunalaufsicht wird das Bürgerbegehren voraussichtlich nicht zulassen. Für Barsbüttel ist das gewiss nicht die schlechteste Entscheidung.

Bei der Debatte um die Zukunft des Verwaltungsgebäudes waren die Entscheidungsträger zerstritten. CDU und SPD gegen den Rest, die Sanierungsbefürworter. Dazu zählte auch Bürgermeister Thomas Schreitmüller. Und: Teuer wird die Sache für die Gemeinde ohnehin. Selbst die Sanierung kostet mehrere Millionen Euro.

Anders gestaltet sich die Situation in Willinghusen. Hier herrscht Einigkeit in der Politik. Sie will Unternehmen ansiedeln auf einer Fläche, die schon gewerblich genutzt wurde als Tierversuchsanstalt. Auch dagegen hatte es übrigens Protest gegeben. Das Wesentliche für die Gemeinde sind aber die Gewerbesteuereinnahmen, die Noweda auf lange Sicht garantiert. In Zeiten, wo der finanzielle Aufwand der Kommune insbesondere im sozialen Bereich steigt, sei es für Kinderbetreuung oder auch Flüchtlinge, tut neues Gewerbe gerade gut. Das mag nicht jedem betroffenen Anwohner gefallen, die Politik muss aber immer das große Ganze im Auge haben.

Einen Bericht zum Thema lesen Sie hier.