Stormarn
Schüler machen Zeitung

Die Soziale Ungleichheit ist ein großes Problem

Autorin Melina Wischmann besucht die Klasse 11c der Stormarnschule in Ahrensburg

Autorin Melina Wischmann besucht die Klasse 11c der Stormarnschule in Ahrensburg

Foto: Melina Wischmann / HA

Ist unsere Gesellschaft möglicherweise selber Schuld an den Ungleichheiten? Ja, denn den Schwachen müsste mehr geholfen werden.

Ahrensburg.  Wie wird sich unsere Gesellschaft entwickeln? Ein immer präsentes und brisantes Thema in der heutigen Gesellschaft ist die soziale Ungleichheit zwischen den verschiedenen Gesellschaftsgruppen. Seitdem es Menschen gibt, existieren Mächtige und Unterdrückte, Satte und Hungrige, Arme und Reiche sowie Freie und Unfreie. Doch wohin wird diese Spaltung führen? Ist unsere Gesellschaft möglicherweise selbst an diesen Ungleichheiten schuld?

In einer gewissen Art und Weise schon, denke ich. Es ist fast jedem klar, dass nur eine gute Bildung und Ausbildung zum Erfolg führt. Doch oft fehlen Antrieb, Ehrgeiz und Willen, um das Ziel zu erreichen. Die Menschen, die sich gehen lassen, werden von der Gesellschaft abgestoßen, denn diese ist wiederum dazu umgeformt, dass Schwache nicht akzeptiert werden.

wenige Menschen nehmen am wachsenden Wohlstand teil

Wohlhabende leben angenehmer als Arme, werden angesehen und müssen sich nicht fürchten, ihre Meinung zu sagen. Aber am wachsenden Wohlstand nehmen immer weniger Menschen teil. Noch nie war die Spaltung zwischen den beiden Gruppierungen so groß wie heute. Die Armutsquote steigt immer weiter an, und wenn nicht bald eine Lösung für dieses Problem gefunden wird, herrscht eine enorme Unzufriedenheit der Menschen, die in ihrem Leben nicht viel erreicht haben.

In der sozialen Marktwirtschaft versucht die Politik, Ungleichheiten zu beheben und für alle Menschen die gleichen Standards zu schaffen. Schulbildung für alle, Mutterschutz und Kündigungsschutz sind sehr wichtige Aspekte in diesem Bereich. Dennoch nutzen viel zu wenige Menschen die Schulbildung, wie man anhand der Beschäftigung an einem qualitativ „guten Arbeitsplatz“ erkennen kann. Es sind viel zu viele Mini-Jobs und Teilzeitbeschäftigungen vorhanden, und allgemein gilt jeder zehnte Erwachsene bereits als überschuldet.

Doch wieso versuchen sie nicht selbst etwas gegen ihre Armut, gegen ihre Überschuldung zu tun?

Der Staat bekämpft die Armut weiter und führte zum Beispiel den Mindestlohn ein. Der Mindestlohn ist ein guter Weg, um Ausbeutung vorzubeugen, aber er wird in vielen Fällen unterwandert. Besorgniserregend ist es aber, dass viele Produkte erheblich verteuert wurden und der Mindestlohn diese Verteuerung nicht ausgleicht. Der Produzent verdient dadurch immer mehr und das Gefälle zwischen Arm und Reich wird immer größer.

Es kommen jetzt Roboter und computergesteuerte Maschinen zum Einsatz. Bildungsarme Menschen haben hier natürlich das Nachsehen. Es bleiben für diese Gesellschaftsschichten nur noch die niedrigbezahlten Arbeiten übrig. Diese Situation kann zu Unzufriedenheit, Wut und im schlimmsten Falle auch zu Kriminalität führen.

Ich komme zu dem Schluss, dass die großen Differenzen der beiden Gruppierungen in erster Linie an dem wachsenden Druck, einen guten Abschluss zu erreichen, liegen. Und auf der anderen Seite ist der immer weiter wachsende technische Fortschritt ein Grund. Ich bin der Meinung, dass grundsätzlich mehr Möglichkeiten für die Menschen geschaffen werden müssten, die nicht die Grundlage eines guten Abschluss haben.