Stormarn
Autorenlesung

Reinbeker Ehrenbürger liest im Schloss aus seinem Buch

Autor Georges-Arthur Goldschmidt liest aus „Ein Wiederkommen“

Autor Georges-Arthur Goldschmidt liest aus „Ein Wiederkommen“

Foto: Marcelo Hernandez

Schriftsteller Georges-Arthur Goldschmidt lebt heute in Paris. 1938 wurde er aus Deutschland vertrieben. Jetzt liest er in Reinbek.

Reinbek.  Seine Erzählung, aus der er vorliest, heißt „Ein Wiederkommen“. Nach fast sechs Jahren ist der Reinbeker Ehrenbürger Georges-Arthur Goldschmidt zurück in seiner Heimatstadt. Auch, um mit den Menschen bei der Veranstaltung im Schloss (Schlossstraße 5) am Sonntag, 13. Dezember, um 11 Uhr ins Gespräch zu kommen. Dabei wird es um seine Kindheit in der Kückallee ebenso gehen wie um die Vertreibung durch die Nationalsozialisten. Das Buch des in Paris lebenden Autors handelt von der Unmöglichkeit, zur Existenz von einst zurückzukehren.

Der 87-Jährige entstammt der Familie des Hamburger Oberlandesgerichtsrats Dr. Arthur Goldschmidt, die unter den Nazis nicht mehr wohlgelitten war. Im Sommer 1938 verabschiedete sich Georges-Arthur Goldschmidt von seinen Eltern auf dem Hamburger Hauptbahnhof. Er hat sie nie wiede­r­gesehen. Sein Weg führte Richtung Italien, dann nach Frankreich. Den Zweiten Weltkrieg überlebte er in einem Internat in den Alpen und bei einem Bauern, der ihn versteckte. Nach dem Krieg wurde Goldschmidt Gymnasiallehrer in Paris, begann in den 60er-Jahren mit dem Schreiben. Er gilt als einer der wichtigsten deutsch-französischen Kulturvermittler.

Erst 1987 besuchte er wieder seine Heimatstadt, zuletzt im März 2009, um die Ehrenbürgerwürde entgegenzunehmen. In seiner Antwort auf die jüngste Einladung der Stadt schreibt Goldschmidt an Bürgermeister Björn Warmer: „Reinbek ist für mich doch irgendwie zum Lebensinhalt geworden, ich kann trotz der Geschichte nicht davon loskommen, und das hat auch meine Schreiberei mitgestaltet.“ Der Eintritt zur Lesung ist frei.