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Ahrensburg

Ein Gutshof-Festival begeistert 700 Besucher

Foto: Julia Sextl

Mit 700 Gästen war die Ahrensburger Benefizveranstaltung gut besucht. Der Erlös soll der Flüchtlingshilfe zu Gute kommen.

Ahrensburg.  Ganz schön kalt war es auf dem alten Gutshof-Gelände in Ahrensburg – aber die Gesichter der Festivalbesucher am Sonnabendabend verströmten große Wärme und Herzlichkeit: Rund 700 Besucher waren laut Veranstalterin Felizitas Thunecke gekommen, um den Jazz-, Funk- und Soulklängen von mehr als 40 Musikern zu lauschen – und gleichzeitig mit ihrem Geld den Freundeskreis für Flüchtlinge in Ahrensburg zu unterstützen.

Das Festival war eine Benefizveranstaltung, deren Erlös für den Deutschunterricht von Asylsuchenden gedacht ist. So spielten alle Musiker ohne Gage. Und die Würstchen und Getränke, die an dem Abend verkauft wurden, waren zuvor von Unternehmen gespendet worden. Eine Menge Freiwilliger half mit bei Auf- und Abbau und der Durchführung des Festivals.

Rund 80 von ihnen waren Schüler der elften und zwölften Klassen an der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule (SLG), von denen einige besonders tapfer waren: Bei Temperaturen von um die sechs Grad standen sie bibbernd am Einlass und kontrollierten die Eintrittskarten. Auch 20 Lehrer und Eltern waren mit von der Partie. „Sie alle haben unglaublich mit angepackt“, sagt Thunecke. „Die Stimmung war großartig.“

„Solche Bands hört man sonst nur selten in Ahrensburg“

Dazu haben insbesondere die vielen Bands beigetragen: Für ordentlich Action gleich am Anfang sorgte die Funk- und Soulband United Members aus dem Hamburger Raum, die den Besuchern Carola, Rolf und Walter aus Ahrensburg besonders gut gefallen hat. „Die sind einfach super! Das ist mal was ganz anderes als was man sonst so hört“, stellte Rolf fest. „Und dass es dann auch noch für einen guten Zweck ist, ist genial.“

Das finden auch die engagierten Musiker: „Es ist wichtig, etwas für die Flüchtlinge zu tun“, sagte etwa Saxofonist Nico Peters. Sein Band-Kollege Jan Schwesinger ergänzte: „Ich würde sie allerdings nicht Flüchtlinge, sonder lieber Einwanderer nennen. Das Wort schafft einen anderen Blickwinkel auf die ganze Situation. Und es hat Einfluss auf die Art, wie wir den Menschen begegnen.“

Musiker und Gäste feierten bis drei Uhr morgens

Mehr als 15 Konzerte auf vier Bühnen wurden auf dem Festival geboten. So spielten neben Boogie-Woogie-König Gottfried Böttger auch die Blues­stars Georg Schroeter und Marc Breitfelder, die bislang als einzige europäische Musiker den International Blues Challenge (IBC) in Memphis gewonnen haben. Doch auch Schülerbands und der Chor der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule traten auf.

Neben den Musikern, Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern haben sich noch viele weitere Menschen engagiert: So schnitt Frisörin Ramona Unger Besuchern die Haare – gegen Bezahlung. Die Einnahmen, etwa 150 Euro, gehen ebenfalls in den Spendertopf. Und auch das Angebot von Matthias Dräger und Stefan Pakatzki wurde gut angenommen: Sie spendeten Asylsuchenden neue Winterschuhe. Der Gesamterlös des Festivals steht noch nicht fest. „Es werden auf jeden Fall einige Tausend Euro sein“, so die Veranstalterin.

Gefeiert wurde noch bis drei Uhr morgens. Thunecke: „Besonders das Ende war wunderschön. Denn es waren auch noch einige Flüchtlinge dabei. Hatten sie sich anfangs noch etwas abgesondert, waren sie am Schluss mitten drin. Sie haben gelacht und sich wohlgefühlt. Das war ein großes Geschenk für uns alle.“