Stormarn
Wegen Bauarbeiten

Züge fallen aus – für zwei Jahre

Betroffen sind die Regionalbahnen sowie der Regionalexpress auf der Strecke Hamburg – Lübeck. Auch die U-Bahn-Strecke

Ahrensburg. Schlechte Nachrichten für Fahrgäste der Züge auf der Strecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe. Ab 13. Dezember fallen bis zu 50 Prozent der Regionalbahnen (RB 81) von Bad Oldesloe, über Bargteheide und Ahrensburg nach Hamburg aus – für zwei Jahre. Damit nicht genug: Auch auf den Schienen der U-Bahn-Linie 1 zwischen Großhansdorf und Hamburg-Volksdorf gibt es im kommenden Jahr drei Monate Stillstand.

In der Hauptverkehrszeit fahren statt vier nur zwei Züge pro Richtung

Grund für den Ausfall der Regionalzüge sind Bauarbeiten an zwei Brücken in Hamburg. Die Brücken stehen am Bahnhof Berliner Tor. Dort kreuzen die Züge der Fernbahnstrecke Hamburg–Berlin, die S-Bahnen von und nach Aumühle (S 21) sowie Poppenbüttel (S 1) und die Züge von und nach Lübeck. Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Deutschen Bahn, sagt dazu: „Das älteste Bauwerk stammt aus dem Jahr 1903. Sie haben das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer erreicht.“

Die Vorarbeiten haben nach mehrmonatiger Planung bereits begonnen. An diesem Wochenende werden die letzten Teile der Ersatzbrücke installiert. Meyer-Lovis: „Ab November wird der alte Überbau der Bahnstrecke Berlin–Hamburg zurückgebaut.“ Ende 2017 soll die neue Brücke stehen. Dann beginnen der Abriss und der Neubau der zweiten Brücke. Fertigstellung: voraussichtlich 2020. Im Anschluss sollen noch die Gleisabstände in dem Bereich vergrößert werden. 90 Millionen Euro kosten die Bauarbeiten am Berliner Tor insgesamt. Die Kosten trägt laut Deutscher Bahn der Bund.

Während den Bauarbeiten an der ersten Brücke kann der Hamburger Hauptbahnhof dort nur eingleisig angefahren werden. Meyer-Lovis: „In den Hauptverkehrszeiten entfällt deswegen die Hälfte der Regionalbahnen auf der Linie RB 81.“ Das bedeutet: Statt vier Zügen pro Stunde und Richtung fahren zwei, vornehmlich in der Zeit des Berufsverkehrs am Morgen sowie am frühen Abend von Montag bis Freitag. Ausfallen wird auch der sogenannte Sprinterzug, der ohne Zwischenhalt von Hamburg nach Lübeck und Retour fährt. Über die Änderungen im Fahrplan will die Bahn die Fahrgäste rechtzeitig informieren, unter anderem mit Aushängen an den Bahnhöfen.

Nicht betroffen von der Millionenmaßnahme am Berliner Tor sind die Regionalexpresszüge von Hamburg nach Lübeck sowie in der Gegenrichtung, die in Ahrensburg, Bad Oldesloe und Reinfeld halten, die Linie RE 80. Sie fahren stündlich. Ebenso unberührt von den Bauarbeiten verkehren die Regionalbahnen zwischen Ahrensburg, Kupfermühle und Bargteheide.

Während der zwei Jahre könnte es also eng werden in den Zügen der RB 81, die laut dem HVV immerhin 20.863 Stormarner täglich nutzen. Allein von Ahrensburg fahren jeden Wochentag 5045 Menschen, zumeist Berufspendler, nach Hamburg und abends wieder nach Hause. Und: Verlängert werden können die Züge der RB 81 nicht mit zusätzlichen Waggons. Ein Grund ist, dass die Züge in Hamburg nachts nur eine bestimmte Zeit lang abgestellt und nicht länger als die üblichen fünf Waggons sein dürfen.

Die U-Bahn der Linie fährt von Juli bis Oktober wegen Bauarbeiten nicht

Wer nun auf die U-Bahnen der Linie 1 umsteigen will, der hat zumindest im Sommer und Herbst 2016 sein Problem nur teilweise gelöst. Vom 2. Juli bis 9. Oktober fahren zwischen der Endhaltestelle Großhansdorf und dem Bahnhof Hamburg-Volksdorf keine Züge. Der Grund sind ebenfalls Sanierungsarbeiten an Brücken sowie an den Gleisen. Zudem wird in dem Zeitraum an den Bahnhöfen Ahrensburg-Ost und -West sowie in der Großhansdorfer Haltestelle gearbeitet. Die Bahnhöfe, die in den 1920-Jahren eröffnet wurden, sollen barrierefrei ausgebaut werden (wir berichteten).

Betroffen sind von der Sperrung in Ahrensburg-West täglich 2500 Fahrgäste, in Ahrensburg-Ost sind es 1000 und in Schmalenbeck 1300 Pendler. Christoph Kreienbaum, Sprecher der Hochbahn, gibt aber Entwarnung: „Wir lassen niemanden stehen“, sagt er. Die Hochbahn werde während der Bauarbeiten einen Ersatzverkehr mit Bussen einrichten, sagt er.