Bargteheide

Archive wollen Ahnenforschung online erleichtern

Bargteheide. Rund 20 Stormarner Archivare haben bei einer Tagung im Amt Bargteheide-Land zu einer Tagung beschlossen, die Digitalisierung und Onlinestellung von historischen Geburts-, Heirats- und Sterberegistern voranzutreiben. „Es gibt viele Anfragen von Ausgewanderten, die in den Archiven herausfinden möchten: Wo komme ich her?“, sagt Stefan Watzlawzik vom Kreisarchiv Stormarn.

Gerlinde Riecke vom Amtsarchiv Bargteheide-Land ergänzt, dass die Digitalisierung wichtig sei: „Wir müssen mit der Zeit gehen.“ Wenn auch auf der Tagung unter den Beteiligten ein Konsens bestand, dass die Digitalisierung der historischen Daten an der Zeit sei, so ständen die Archivare jedoch vor einer großen Herausforderung: Auf der einen Seite sind sie dafür zuständig, der Öffentlichkeit Informationen zur Verfügung zu stellen. Auf der anderen Seite unterliegen bestimmte Informationen dem Datenschutz.

Archivare dürften, so Stefan Watzlawzik, ausschließlich Informationen über Verstorbene herausgeben. „Sieht sich jemand Material einer Verstorbenen an und erfährt, dass diese eine Kind geboren hat, das noch lebt, widerspricht das dem Datenschutz.“

Auch das Thema Adoption zähle zu den zu schützenden Daten. „Die Archivare müssen aufpassen, als Datenschützer müssen sie allein abwägen“, sagt Watzlawzik. Es handele sich immerhin um Zehntausende von Daten in Stormarn, archiviert seit 1874.

Die Gesetzeslage sei auch nicht klar, sagt Archivarin Gerlinde Riecke. „Wir als kleine Amtsarchive sind etwas überfordert mit den Gesetzestexten.“ Es liege im Interesse der Stormarner Archivare, das historische Material zu digitalisieren, sodass die Archive von der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen werden.

Allerdings mahlen die Mühlen langsam. Einen Leitfaden oder Projekte, um die Onlinestellung der Daten umzusetzen, gibt es laut Archivar Watzlawzik noch nicht.

( hpmjd )

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