Stormarn
Tangstedt

In Tangstedts Rathaus ziehen bald bis zu 20 Flüchtlinge ein

Tangstedt.  Ins Tangstedter Rathaus sollen demnächst bis zu 20 Asylbewerber einziehen. Fieberhaft wird in diesen Tagen der alte, zweigeschossige Flügel des Gebäudes an der Hauptstraße renoviert, umgebaut, eben wohnlich gemacht. Als Tangstedt noch seine eigene Verwaltung hatte, waren dort unter anderem die Kämmerei und das Bauamt untergebracht. Provisorisch diente der Trakt sogar einmal der Kindertagesstätte als Ausweichstandort, zuletzt hatte sich eine Versicherung eingemietet, momentan bietet die Volkshochschule noch einige Kurse an.

Doch die Prioritäten liegen angesichts der permanent wachsenden Zahlen von Asylbewerbern eben anderswo. Wenige im Dorf wissen das so gut wie Brigitte Schippmann. Die 62-Jährige ist vielen Bürgern noch aus ihrem Laden „Basteln und Schenken“ bekannt, den sie in diesem Jahr geschlossen hat. Heute ist sie – unter anderem – eine von zwei Asylbeauftragten auf Amtsebene. Schippmann ist Ansprechpartnerin für Behörden und Lokalpolitiker, vermittelt innerhalb des Helferkreises und transportiert Möbel und Kleidung.

Im Rathaus wirbeln Schippmann und ihre Mitstreiter vom Helferkreis jetzt durch die Räume, beziehen Daunenbetten mit Bezügen, stellen Kartons voller Handtücher ab. Die Kleiderschränke sind bereits aufgebaut, in der Küche ist das Geschirr geputzt und sorgfältig in die Regale geräumt. Auch Waschmaschine und Spülmaschine können den Betrieb aufnehmen. „Alles ist bunt zusammengewürfelt, aber heil und funktionsfähig“, sagt Schippmann.

Die sanitären Einrichtungen sind teils schon vorhanden, eine weitere Dusche wird noch installiert. Doch Tangstedt wartet weiterhin auf grünes Licht aus Bad Oldesloe. Denn bevor die ersten Flüchtlinge begrüßt werden können, muss die Umwidmung vollzogen werden, da das Gebäude offiziell als „Gewerbe“ geführt wird.