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Ahrensburg plant ein Fahrradparkhaus am Bahnhof

Variante 1: Auf dem Bahnhofsvorplatz, zwischen Lokschuppen und Haupteingang mit Platz für 712 Fahrräder. Kosten: 2,3 Millionen Euro

Foto: WRS Architekten und Stadtplaner / HA

Variante 1: Auf dem Bahnhofsvorplatz, zwischen Lokschuppen und Haupteingang mit Platz für 712 Fahrräder. Kosten: 2,3 Millionen Euro

Rund zwei Millionen Euro soll das Projekt kosten. Am Mittwoch entscheiden die Politiker über drei Varianten, die zur Auswahl stehen.

Ahrensburg.  Mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren, parken und in den Zug einsteigen – dieser umweltfreundliche und gesunde Weg für Pendler könnte in Ahrensburg bald richtig Spaß machen. Denn die Stadt plant ein neues Parkhaus am Bahnhof, ausschließlich für Zweiräder. Und ein paar Extras soll es in dem geplanten Neubau auch geben. Wie das Fahrradparkhaus aussehen soll, darüber können am kommenden Mittwoch die Politiker des Bau- und Planungsausschusses erstmals beraten.

Geboren wurde die Idee zum dem Projekt bereits im März 2014. Bei der Debatte um die Renovierung des Auto-Parkhauses Alter Lokschuppen (wir berichteten), ebenfalls am Bahnhof gelegen, schlug die SPD vor, auch Pendlern, die mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren, ein Parkhaus anzubieten. Auch die anderen Fraktionen konnten der Idee etwas abgewinnen. So stimmten die Ausschussmitglieder mehrheitlich dafür, dass die Stadt die Möglichkeiten überprüfen soll.

Die teuerste Variante bietet auch die meisten Stellplätze

Drei Standorte, so ergab es die Recherche der Verwaltung, kämen für das Parkhaus in Frage: ein Gebäude zwischen Bahnhofsgebäude und dem Parkhaus Alter Lokschuppen, die Wiese gegenüber dem Haupteingang und die Fläche an der Ladestraße, an der es zur Unterführung unter dem Bahnhof geht. Ein Planungsbüro hat sich anschließend Gedanken über die Möglichkeiten an den drei Standorten gemacht. Herausgekommen sind drei Entwürfe, die zwischen 1,7 und 2,3 Millionen Euro kosten. Doch nach Einschätzung der Verwaltung stehen die Chancen gut, dass das Parkhaus mit maximal 75 Prozent gefördert werden könnte.

Die teuerste Variante ist laut der Experten von WRS Architekten & Stadtplaner die zwischen Bahnhofsgebäude und Alten Lokschuppen. Der Vorteil: Das neue könnte mit dem alten Parkhaus verbunden werden. Die für das Projekt verantwortliche Rathausmitarbeiterin Beate Skambath sagt: "Die schon vorhandenen Stellplätze im Alten Lokschuppen könnten mit den neuen zentral genutzt werden." Der Neubau, ein quadratisches Gebäude mit drei Etagen, würde Platz für 712 Fahrräder bieten.

Die zweite Variante sieht ein L-Förmiges Gebäude vor. Es soll zwei Etagen haben und Platz für 460 Fahrräder bieten. Mit 1,7 Millionen Euro wäre es zudem kostengünstiger. Der Nachteil: "In die Situation des dortigen Biergartens würde stark eingegriffen werden", so Skambath.

Ebenfalls rund 1,7 Millionen Euro würde die dritte Variante an der Ladestraße kosten. Skambath: "Durch den Fußgängertunnel wären die Gleise gut zu erreichen." Ein weitere Vorteil wäre laut Verwaltung, dass die Umgebung des dortigen Standorts im Gegensatz zu den anderen nicht überplant werden müsste. Das Gebäude selbst hat nach Vorstellung der Experten von WRS eine rundliche Fassade und würde Platz für 392 Fahrräder bieten.

Eingerechnet in die Kosten sind bei allen drei Varianten zudem zwei Extras. So soll es in dem Fahrradparkhaus eine Werkstatt geben, in der die Nutzer ihre Räder gegen Bezahlung reparieren lassen können. Zudem ist ein angeschlossenes Café geplant. Auch E-Bike-Besitzer sollen das Parkhaus nutzen können.

Bis zum Jahr 2019 müssten Fördermittel abgerufen werden

Ob eine der Varianten realisiert wird, darüber entscheiden die Bauausschussmitglieder am Mittwoch. Wenn es zu einem positiven Votum kommt, müssten sich die fahrradfahrenden Pendler in Ahrensburg dennoch etwas gedulden. Denn für alle vorgestellten Varianten wird ein neuer Bebauungsplan notwendig sein. Skambath: "Es ist dafür mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahren zu rechnen." Erst im Anschluss könne eine Realisierung erfolgen. Und das dann recht zügig. Die Fördermittel müssen bis spätestens Silvester 2019 abgerufen werden.

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