Stormarn
Kindernachricht

Wieso sind Schiffe eigentlich fast immer weiblich?

Der Name eines Mannes, aber ein weiblicher Artikel: die Gorch Fock

Der Name eines Mannes, aber ein weiblicher Artikel: die Gorch Fock

Foto: Carsten Rehder / picture alliance / dpa

Die Gorch Fock, die Prinz Eugen und die Bismarck. Moment mal: Die haben je keine Frauennamen – wieso haben sie dann weibliche Artikel?

Berühmte Schiffe heißen zum Beispiel die Gorch Fock, die Mayflower, die Bismarck, die Santa Maria und die Prinz Eugen. Aber Moment mal: Die haben ja gar nicht alle Frauennamen. Wieso hat dann jeder Schiffsname einen weiblichen Artikel?

Dieser Brauch kann über mehrere Jahrhunderte zurückverfolgt werden. Im Mittelalter wählten die Menschen zum Beispiel Namen von weiblichen Heiligen für ihre Schiffe. Sie sollten Glück bringen und ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Da früher ausschließlich Männer zur See fuhren, könnte es durchaus sein, dass die Ma­trosen etwas Weibliches um sich herum brauchten. Schließlich waren sie monatelang unterwegs und vermissten ihre Frauen. Es könnte auch sein, dass die Schiffsform die Männer an den weiblichen Körper erinnerte. Das Heck eines Schiffes wird als Achtersteven bezeichnet. Steven ist im Plattdeutschen die Bezeichnung für den weiblichen Po.

Allerdings heißt es der Adler und nicht die Adler

Eine weitere Theorie beruht auf den Galionsfiguren. Die meisten Schiffe hatten weibliche Figuren am Bug. Häufige Motive dafür waren Meerjungfrauen, Nixen und zarte oder kraftvolle Frauengestalten.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Wenn ein Schiff nach einem Tier oder einem Begriff aus der Astronomie benannt wird, heißt es dann der Adler und nicht die Adler.