Stormarn
Verkehr

Unangekündigter Busfahrer-Streik trifft auch Stormarn

ABG-Betriebsleiter Mark Mosler steht vor einer Reihe leerer Busse

ABG-Betriebsleiter Mark Mosler steht vor einer Reihe leerer Busse

Foto: Julia Sextl / HA

Ausstand bei Autokraft, Dahmetal und in Ahrensburg: Kreisweit waren kaum Fahrzeuge unterwegs. Die Forderung: eine Lohnerhöhung.

Ahrensburg. Wegen eines landesweiten, nicht angekündigten Warnstreiks privater Busfahrer ist es gestern auch in Stormarn zu Behinderungen im Linien- und Schulbusverkehr gekommen. Fast alle Fahrten, die von den Bussen der Unternehmen Dahmetal, Autokraft oder der Ahrensburger Busbetriebsgesellschaft (ABG) bedient werden, fielen seit den frühen Morgenstunden aus.

„Ich stand heute morgen um halb sieben an der Bushaltestelle, wollte eigentlich den Zug zur Arbeit in Hamburg um kurz vor sieben nehmen“, sagt die Ahrensburgerin Gabriele Mese. Als auch der nächste Bus nicht kam, musste sie zu Fuß von der Hermann-Löns-Straße aus zum Bahnhof gehen. Später, auf dem Rückweg, sah Mese am Ahrensburger Bahnhof dann wieder auf viele ratlose Gesichter. „Wie soll ich denn jetzt nach Hause kommen?“, fragte etwa ein elf Jahre alter Junge aus Hoisdorf verzweifelt. Heute morgen sei er mit dem Auto gefahren worden, aber nun seien die Eltern bei der Arbeit. Es könne ihn niemand abholen. Der Junge hatte Glück: Kurz darauf kam sein Bus – in Richtung Hoisdorf.

„Vereinzelt waren in Ahrensburg noch Busse unterwegs“, sagt Mark Mosler, Betriebsleiter der Ahrensburger Busbetriebsgesellschaft (ABG). Alle Fahrzeuge, die für gewöhnlich von einem der umliegenden Betriebshöfe wie Glinde oder Rahlstedt aus Ahrensburg anfahren, seien auch gestern im Einsatz gewesen. „Und wir konnten zumindest sicherstellen, dass alle Grundschüler gefahren wurden.“

Mit dem Streik folgten die Busfahrer einem Aufruf der Gewerkschaft Ver.di. Sie fordert eine Lohnerhöhung um 1,50 Euro pro Stunde für die landesweit rund 800 Beschäftigten des Omnibus-Verbands Nord (OVN), weil sie pro Monat im Schnitt 250 Euro weniger verdienten als Busfahrer anderer Verkehrsunternehmen. Heute steht die dritte Verhandlungsrunde in dem Tarifstreit an. OVN-Geschäftsführer Joachim Schack sieht kaum Chancen für eine Einigung: „Die Fronten sind nach dem Streik deutlich verhärtet.“