Stormarn
Flüchtlingspolitik

Mittelzentrum stößt bei Flüchtlingsfrage an Grenzen

Vertreter des Mittelzentrums sprachen über regionale Zusammenarbeit

Vertreter des Mittelzentrums sprachen über regionale Zusammenarbeit

Foto: Laura Treskatis / HA

Bei Aufnahme von Flüchtlingen ist Kooperation von Hamburg und dem Stormarner Umland schwierig. Kommunen suchen mit Hochdruck Wohnraum.

Reinbek. Die Unterbringung von Flüchtlingen – auch beim siebten Treffen von Verwaltungschefs und Kommunalpolitikern aus den Mittelzentrumskommunen Reinbek, Glinde und Wentorf, benachbarten Gemeinden sowie dem Hamburger Stadtteil Bergedorf war es das zentrale Thema. Im Spiegelsaal des Bergedorfer Bezirksamtes tauschte sich Amtsleiter Arne Dornquast mit den Stormarner Kollegen mehrere Stunden über die aktuelle Entwicklung aus und besprach Strategien.

„Eine Kooperation über Ländergrenzen hinweg ist sehr schwierig“, sagt Matthias Heidelberg, Wentorfer Bürgermeister und derzeitiger Sprecher der Lenkungsgruppe Mittelzentrum. Im Juli dieses Jahres hatte der Hamburger Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) wegen geringer Kapazitäten gefordert, einige der in der Hansestadt lebenden Flüchtlinge auf Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern umzuverteilen. Für seinen Vorstoß erhielt Scheele von den Ländern eine klare Absage.

Kommunen arbeiten mit Hochdruck daran, neuen Wohnraum zu schaffen

„Zu diesem Zeitpunkt standen wir noch nicht so unter Druck wie jetzt“, sagt Thomas Schreitmüller, Bürgermeister der Gemeinde Barsbüttel. In den vergangenen Wochen stieg für die Kommunen die Anzahl der unterzubringenden Flüchtlinge stark an. „Mit etwa 60 Flüchtlingen hatten wir die Quote in Oststeinbek zum jetzigen Zeitpunkt schon erfüllt“, sagt Bürgermeister Jürgen Hettwer. 87 waren für die Gemeinde bis Ende 2015 vorgesehen. Jetzt rechnet der Verwaltungschef mit 120.

Inzwischen arbeiten die Kommunen des Mittelzentrums mit Hochdruck daran, neuen Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. „In den kommenden Jahren müssen wir mehrere Tausende Wohneinheiten schaffen“, sagt Heidelberg. „Dieser Tag dient dazu, um sich diese Zahl vor Augen zu führen. Es passiert hier jede Menge.“ Die finanzielle Belastung für die Kommunen sei derzeit nur schwer absehbar. Dass auch in der Flüchtlingsfrage eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg möglich ist, macht Dornquast deutlich. „Wir wollen Bürger benachbarter Kreise über unsere Projekte informieren.“ Wie auch am Bergedorfer Binnenfeldredder, wo an der Grenze zu Reinbek etwa 250 Plätze für Flüchtlinge entstehen sollen.