Stormarn
Barnitz

Knochenfund in der Trave gibt der Polizei Rätsel auf

Auf der Trave suchen Polizisten mit Leichenspürhunden nach weiteren menschlichen Überresten

Auf der Trave suchen Polizisten mit Leichenspürhunden nach weiteren menschlichen Überresten

Foto: Garrit Falk / HA

Polizei ermittelt nach Fund von Leichenteilen am Montagnachmittag. Rechtsmediziner sollen nun Licht ins Dunkel bringen.

Barnitz.  War es ein Unfall, ein Verbrechen oder ein Selbstmord? Die an der Trave in der Gemeinde Barnitz gefundenen Knochen geben der Polizei ein Rätsel auf. Zwei Jugendliche, die am Montagnachmittag zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld mit einem Kanu auf dem Fluss unterwegs waren, machten die grausige Entdeckung. Auf Höhe einer Brücke in Benstaben, einem Ortsteil von Barnitz, ragten in Ufernähe die menschlichen Überreste aus dem Wasser. Eine Hose, die an der Fundstelle lag, bestätigte für die 15 und 16 Jahre alten Schüler den erschreckenden Verdacht.

Mithilfe der Feuerwehr Reinfeld stellte die Polizei die Gebeine und das Kleidungsstück sicher und suchte den Fundort mit dem Boot der freiwilligen Helfer nach weiteren Knochen ab. „Wir waren mit rund 15 Mann vor Ort“, sagt Reinfelds Gemeindewehrführer Torben Struck, der an der Suche beteiligt war. Doch weder in dem Gewässer noch am Ufer konnten Polizei und Feuerwehr weitere Leichenteile finden.

Rechtsmediziner untersuchen jetzt die Knochen und wollen die Identität klären

„Wir haben weder Kopf noch Rumpf am Fundort sicherstellen können“, sagt Polizeisprecherin Sonja Kurz. Dies mache für die Rechtsmediziner eine Klärung der Todesursache nahezu unmöglich. Ferner ist laut Polizei keinerlei Gewebe mehr an den Knochen. Somit können die Ermittler bisher auch nicht sagen, ob es sich um die Überreste einer Frau oder eines Mannes handelt.

Das müssen jetzt die Forensiker klären. Auch versuchen die Mediziner herauszufinden, wann der Todeszeitpunkt war. Seit Dienstag werden die Knochen in der Rechtsmedizin untersucht. „Mithilfe von DNA könnten wir die Identität des Opfers klären“, sagt Kurz. Beispielsweise haben die Forensiker die Möglichkeit, aus dem Knochenmark Genmaterial zu gewinnen. Ermittler könnten dies dann mit dem Genetischen Fingerabdruck von seit mehreren Monaten vermissten Menschen abgleichen. Diese Untersuchungen können laut Sonja Kurz noch einige Tage dauern.

Doch auch ein Ergebnis würde keine Antwort auf die Frage nach der Todesursache geben. „Es ist alles möglich. Wir können derzeit nur spekulieren“, sagt Kurz. Es könne sich um einen Unfall handeln, bei dem jemand ertrunken ist. Aber auch eine Straftat oder ein Suizid schließt die Polizei nicht aus.

Ferner müsse auch der Fundort der Knochen an der Trave nicht unbedingt der Ort sein, an dem der bisher noch Unbekannte ums Leben gekommen ist. „Natürlich ist es möglich, dass Tiere einen Teil der Überreste ans Ufer gebracht haben und die anderen Leichenteile im Wald liegen“, spekuliert Kurz, die sagt, dass so etwas in der Vergangenheit schon öfter vorgekommen sei. Auch könnten die Überreste am Fundort angespült worden sein, das Opfer aber viele Hundert Meter weiter in die Trave gestürzt sein.

Dennoch konzentriert die Polizei ihre Suche jetzt an der Trave in Barnitz und hofft, das Rätsel um die Knochen lösen zu können. Am Dienstag war die Kriminalpolizei aus Bad Oldesloe mit mehreren Beamten vor Ort und suchte das Ufer unterstützt von Leichenspürhunden ab. Die Tiere liefen immer wieder durch das hohe Gras. Doch nie schlugen sie Alarm oder nahmen sichtbar eine Fährte auf.

Bis zum späten Nachmittag konnten die Polizeihunde am Ufer keine weiteren menschliche Überreste aufspüren. Mithilfe eines Kranfahrzeuges wurde auch in dem teils unwegsamen Gelände ein Motorboot zu Wasser gelassen. „Auch die Leichenspürhunde kamen mit auf das Polizeiboot“, erklärt Sonja Kurz.

Polizei erwägt, in den nächsten Tagen Taucher einzusetzen

Denn die empfindliche Spürnasen der Spezialhunde können auf der Wasseroberfläche Verwesungsgeruch wahrnehmen und somit Wasserleichen aufspüren. Zwei Polizisten steuerten das Motorboot immer wieder langsam die Trave ab und auf. Zwei Hundeführer sorgten indes dafür, dass ihre Tier immer wieder mit der Nase die Wasseroberfläche absuchten. So steckten die Hunde immer wieder ihre Nase in das Wasser und leckten an der Wasseroberfläche.

Doch auch die Suche mit den Spezialhunden auf dem Gewässer hatte keinen Erfolg. Die Tiere konnten keine Spur aufnehmen, sodass die Suche am Abend ohne Ergebnis abgebrochen wurde. Ob jetzt in den nächsten Tagen auch Polizeitaucher in Barnitz zum Einsatz kommen sollen, konnte Sonja Kurz noch nicht sagen: Die Polizeisprecherin: „Wir werden jetzt erst mal prüfen, wie wir die Suche weiter gestalten können.“