Stormarn
Kommentar

Stormarn schafft es nicht, ein eigenes Profil zu schärfen

Abendblatt-Redakteur Alexander Sulanke

Abendblatt-Redakteur Alexander Sulanke

Foto: Birgit Schücking

„Besondere Lage“ heißt in Stormarn vor allem: attraktive Nachbarn. Der Kreis sollte jedoch nicht nur mit deren Anziehungskraft punkten.

Die Zahl der Übernachtungen in Stormarn steigt. Und just in den Tagen, in denen diese positive Tendenz öffentlich wird, jährt sich der Amtsantritt der derzeitigen Tourismusmanagerin zum ersten Mal. Rabea Stahl hat also allen Grund, zufrieden zu sein. Das Signal ist deutlich: Stormarns einstiges Stiefkind Fremdenverkehr beginnt sich zu entwickeln. Soweit die gute Nachricht.

Was auch Rabea Stahl klar sein muss, die im Berichtsjahr 2014 erst fünf Monate gewirkt hat: Die aktuelle Entwicklung kann nur zu einem sehr geringen Teil der Ertrag ihrer bisherigen Bemühungen sein. Außerdem ist ein Plus von 2,2 Prozent ein eher bescheidener Zuwachs auf einem niedrigen Niveau. Und mit 1,9 Übernachtungen pro Gast liegt der Kreis leider weit unter dem Landesschnitt.

Die Tourismusmanagerin selbst vermutet, was auf der Hand liegt: Viele Übernachtungsgäste sind immer noch Geschäftsreisende. Und so sie doch in ihrer Freizeit in den Kreis finden, ist es die „besondere Lage“, die sie überzeugt. Besondere Lage heißt: mittendrin zwischen dem boomenden Hamburg, Lübeck und der Ostsee. Stormarn versucht, mit der Anziehungskraft der bekannteren und entsprechend beliebteren Nachbarn zu punkten.

Das ist sicherlich vernünftig. Dennoch wird der Kreis es so nicht schaffen, ein eigenes Profil zu schärfen, das über das Merkmal „Nachbarin von ...“ hinausgeht. Vor allem daran fehlt es zurzeit noch.

Nichtsdestotrotz weisen die Zahlen immerhin nach oben. So gesehen ist Stormarn auf dem richtigen Weg.