Stormarn
Bargteheide

Großalarm am 16-Euro-Hotel

Bei Verpuffung an der Heizung der Bargteheider Monteursunterkunft werden zwei Menschen verletzt

Bargteheide.  Großeinsatz für die Stormarner Feuerwehren. In Bargteheide rückten am Mittwochabend mehr als 170 Einsatzkräfte aus. Im Heizungskeller eines Billig-Hotels im Gewerbegebiet am Bargteheider Stadtrand war es zu einer Verpuffung gekommen. Zwei Menschen erlitten Brandverletzungen und wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Tom Reher von der Feuerwehr sagt: „Die Wehren und die Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot zu dem Hotel aus.“ Einsatzkräfte aus Bargteheide, Tremsbüttel, Delingsdorf, Elmenhorst und Klein Hansdorf/Timmerhorn waren vor Ort. „Letztlich hatte es, anders als zunächst angenommen, in dem Gebäude keine Explosion gegeben“, sagt Reher.

Rund um die Heizung sei es extrem heiß gewesen, die Anlage musste mit Wasser heruntergekühlt werden. „Nach der Evakuierung sind wir mit Atemschutzmasken von Raum zu Raum gegangen“, sagt der Glinder Reher, der als Sprecher für die Technische Einsatzleitung vor Ort war. Schließlich wurden aus dem Heizungsraum der Verwalter des Hotels und ein Handwerker gerettet. Reher sagt: „Ich vermute, dass die beiden Männer Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage durchgeführt hatten.“ Beide hätten Brandverletzungen, schwebten aber nicht in Lebensgefahr.

Die Immobilie mit der Adresse Am Redder 1 firmiert unter dem Namen Gewerbehaus Bargteheide. Sie besteht aus zwei Gebäudeteilen. Das Hotel wirbt mit Zimmerpreisen von 16 Euro pro Nacht und richtet sich vorrangig an Monteure. Am Mittwochabend waren 17 Gäste im Haus. Sie alle blieben unverletzt. Laut Reher ist der eine Gebäudeteil aufgrund gesundheitsgefährdender Salzsäurepartikeln unwohnbar gewesen, doch in dem zweiten Gebäudeteil konnten alle Gäste untergebracht werden.

Der Fall wurde an die Kriminalpolizei in Ahrensburg abgegeben. Eine Mitarbeiterin sagt dort: „Die Unglücksursache war die Heizungsanlage.“ Nun müsse in einem weiteren Schritt geklärt werden, ob es sich um Fahrlässigkeit handle oder nicht. Hinsichtlich des Schadens könne von einer fünfstelligen Summe ausgegangen werden. Der Hotel-Eigentümer wollte sich dem Abendblatt gegenüber nicht zum Vorfall äußern.

In Elmenhorst waren fast zeitgleich 60 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Ortsfeuerwehr Fischbek und die Feuerwehr Nienwohld unterstützten die Elmenhorster dabei, einen Strohpressen-Brand auf einem Wirtschaftsweg zu löschen. Bernd Fritz, Orts- und Gemeindewehrführer in Elmenhorst, sagt: „Ein technischer Defekt war wahrscheinlich der Grund für den Brand der Strohpresse.“