Stormarn
AZ-Regional

Das erste Zeugnis vergisst man nie

Nach 22-jähriger Pause flattert wieder ein Schulzeugnis ins Haus; die nächste Generation ist in der Realität angekommen. Und Vater ist sich sicher: Es wird ein schlechtes Zeugnis sein. Lässt sich seine große Kleine nicht viel zu schnell ablenken? Erzählt sie nicht allzu oft unvermittelt, was ihr gerade durch den Kopf schießt? Das wird auch der Lehrerin nicht entgangen sein. Schade, ist das erste Zeugnis doch so wichtig. Weil es eines ist, das man niemals vergisst.

So wie das eigene. Ein gutes natürlich. Hamburg, d. 26.6.1981. Vater lehnt sich zurück und beginnt genüsslich, das vergilbte Blatt noch mal zu lesen.

Alexander ist stets wohlerzogen und höflich im Umgang mit dem Lehrer, Genau! So fängt ein gutes Zeugnis an!

dabei zutraulich und anhänglich. Vater räuspert sich und liest weiter.

... versteht es jetzt viel besser, sich auf die Unterrichtssituation einzustellen. Ist das sein Zeugnis? Vater guckt vorsichtshalber noch mal auf die Namenszeile. Und liest zögernd weiter.

Leider teilt Alexander immer noch viel zu oft und an unpassender Stelle mit, was ihn gerade beschäftigt. Vater liest schneller, überfliegt den Rest nur noch: schreibt flüssig und rechnet sicher im behandelten Zahlenraum. Immerhin.

Versetzt in Klasse 2b.

Frau B., Klassenlehrerin.

Nach 22-jähriger Pause flattert wieder ein Schulzeugnis ins Haus; die nächste Generation ist in der Realität angekommen. Und Vater ist sich sicher: Es wird ein gutes, ja ein sehr, sehr gutes Zeugnis sein.