Stormarn
Ahrensburg

Alle Bewerber um das neue Kino bleiben im Rennen

Kino für Ahrensburg: So

Kino für Ahrensburg: So

Foto: Christof Gläser

Konzentration der Verwaltung auf einen Entwickler findet im Bauausschuss keine Mehrheit

Reichlich Redebedarf im Ahrensburger Bau- und Planungsausschuss. Die letzte überlange Sitzung kurz vor der Sommerpause hatte ein pralles Programm mit zwei Reizthemen – am Ende gab’s trotzdem konstruktive Beschlüsse.

Beim Thema Alte Reitbahn und Kino hatte die Verwaltung einen Beschlussvorschlag präsentiert, der sich für das Projekt eines Investors aussprach, der nicht nur ein Kino an der Bahnhofstraße bauen will, sondern auch ein Objekt an der Alten Reitbahn, in dem ein großer Edeka-Markt, Wohnungen und Stellplätze vorgesehen sind. Das Überraschende an der Verwaltungsvorlage war, dass sie sich eindeutig für den neuen Bewerber und gegen alle Konkurrenten aussprach.

Susanne Philipp, Geschäftsführerin des unterlegenen Projektentwicklers P & B Bau Consult, dessen Konzept für die Alte Reitbahn noch vor einem Jahr favorisiert worden war, nutzte das Rederecht, das ihr der Ausschuss zubilligte, unter anderem für die Forderung nach Chancengleichheit. Der Argumentation, dass die Ausschussmitglieder ohne Vorauswahl der Verwaltung eine selbstständige Entscheidung zwischen den Bewerbern treffen sollten, schloss sich die Mehrheit an. Die Mitbewerber bleiben also im Rennen. Gleichzeitig bekam die Verwaltung den Auftrag, die Gespräche mit dem neuen Bewerber fortzusetzen.

Stadt soll mit Delingsdorf über die Nordtangente sprechen

Beim zweiten großen Thema, der fast schon historischen Diskussion über eine nördliche Umgehungsstraße, erwies sich ein unscheinbarer WAB-Antrag als sehr nützlich, weil er am Ende als kleinster gemeinsamer Nenner funktionierte. Die CDU war mit dem Antrag initiativ geworden, endlich die Gespräche mit der Nachbargemeinde Delingsdorf über die Nordtangente aufzunehmen. CDU-Mitglied Eckehard Knoll präsentierte als Gastredner eine Expertise zu zwei Vorschlägen, mit denen Ahrensburg in den Dialog mit Delingsdorf gehen sollte. Die nördliche Trassenführung, die er selbst entworfen hatte, sei, so Knoll die vernünftigere und deutlich kostengünstigere.

Die südliche Variante zerpflückte er dagegen, um anschließend zu behaupten, sie sei nötig als Verhandlungsalternative für das Gespräch mit Delingsdorf. Dieses taktische Kalkül wirkte skurril und erboste vor allem Thomas Bellizzi, FDP, der sich einer Variante verweigerte, die niemand in Ahrensburg will. Rettend war die teilweise mit dem CDU-Antrag deckungsgleiche WAB-Initiative, die vertraute Konflikte ausklammerte, sodass es zu einem eindeutigen Beschluss kam: Die Ahrensburger Verwaltung möge in Delingsdorf sondieren.