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Oldesloer Eltern fordern günstigere Kitas

Die Kita-Betreuungsgebühren sind in Bad Oldesloe im letzten Jahr gestiegen (Symbolfoto)

Die Kita-Betreuungsgebühren sind in Bad Oldesloe im letzten Jahr gestiegen (Symbolfoto)

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Eltern sind verärgert über Betreuungsgebühren: Oldesloer Initiative wendet sich an die Parteien. Die Politik ist bereit zum Dialog.

Bad Oldesloe. Familienfreundlichkeit spielt im Leitbild Bad Oldesloes eine zentrale Rolle. Kathrin Duskat und Tom Winter von der Initiative Eltern für Eltern sehen jedoch ausgerechnet in diesem Punkt noch Luft nach oben. In einem offenen Brief fordern die Mitglieder der zu Anfang des Jahres gegründeten Initiative die Politiker in der Stadtverordnetenversammlung zu einem Dialog auf. Eltern in Bad Oldesloe seien verärgert über die zuletzt im vergangenen Jahr gestiegenen Betreuungsgebühren und fühlten sich von Kommunalpolitikern nicht ausreichend vertreten.

Bis zu 628 Euro monatlich koste ein Ganztageskrippenplatz in Bad Oldesloe

Die Inititoren des offenen Briefes fordern in erster Linie eine spürbare finanzielle Entlastung der Eltern bei den Betreuungskosten. Obwohl sich die finanzielle Lage von Stadt und Kreis in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert habe, seien die Kitagebühren für Eltern weiter gestiegen. Bis zu 628 Euro koste ein Ganztageskrippenplatz in Bad Oldesloe im Monat.

„Wir wollen mit den Politikern ins Gespräch kommen. Es geht um eine andere Herangehensweise an Familienpolitik. Dafür müssen die Politiker die Bedürfnisse, Sorgen und Wünsche der Eltern kennen“, sagt Kathrin Duskat. Viele Familien, in denen beide Elternteile berufstätig seien, wünschten sich beispielsweise Betreuungszeiten, die besser zu ihrem Lebensmodell passen. Außerdem fordern sie mehr Transparenz bei der Vergabe von Kita-Plätzen.

Stadt testet Online-Datenbank für Kita-Anmeldung

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Thema Geschwisterbonus. „In Ahrensburg gilt zum Beispiel der Geschwisterbonus auch für Familien mit Kita- und Schulkindern. Das ist sinnvoll. In Bad Oldesloe wird außer Acht gelassen, dass Hort-Angebote auch zu den Kita-Angeboten gehören“, sagt Tom Winter. Dem zweifachen Vater geht es auch um die Qualität. „An eine Nachmittagsbetreuung in der Ganztagsschule werden allein vom Betreuungsschlüssel viel niedrigere Anforderungen gestellt als an einen Hort, der den Vorschriften des Kindertagesstättengesetz unterliegt.“

Einer der Adressaten des offenen Briefes ist Horst Möller. Der Fraktionschef der CDU und stellvertretende Bürgermeister reagiert verwundert. „Das ist ja inhaltlich nicht neu. Wir sind bereit zu reden. Nach unserer Klausurtagung wird es, wahrscheinlich im Juli, Gespräche geben“, sagt Möller und verweist auf die derzeit geltende Regelung der Kitagebühren. „Das wurde 2011 parteiübergreifend ausgehandelt. Mit am Tisch saßen Politik, Verwaltung, die Träger und die Eltern.“ Diese Arbeitsgruppe trifft sich weiterhin regelmäßig. Eltern sollen auch künftig mit dabei sein. Maria Herrmann, Fraktionsvorsitzende der SPD, findet diese Regelung sinnvoll. „Die Eltern gehören mit an den Tisch. Aber es müssen die Interessen aller in Einklang gebracht werden.“ Die Eltern müssten sich jedoch an den aktuellen Debatten beteiligen und sich über die Entscheidungen informieren.

Einen ersten Erfolg können die Mitglieder der Elterninitiative immerhin verbuchen: Die Stadt Bad Oldesloe nimmt an einem Pilotprojekt des Städteverbands Schleswig-Holstein teil, in dem eine Online-Datenbank für die Anmeldung zu Krippe und Kita getestet wird.