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Rüdiger Nehberg weiht Frauenklinik in Äthiopien ein

Rausdorf.  Der Rausdorfer Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg und seine Frau Annette haben mit ihrer gemeinsamen Hilfsorganisation Target in der äthiopischen Danakil-Wüste eine Klinik für Frauen eröffnet, die an den Folgen genitaler Verstümmelung leiden. Für die betroffenen Frauen sind die Folgen der Beschneidung oft dauerhafte, sehr starke Schmerzen. Geburten sind aufgrund des vernarbten Gewebes sehr riskant. Die Müttersterblichkeit ist hoch.

Bei der feierlichen Einweihung des Krankenhauses waren auch Vertreter des Afar-Volkes anwesend, das als erstes afrikanisches Volk die rituelle Beschneidung von Frauen per Stammesgesetz verboten hat.

„Entweder richtig oder gar nicht“, sagt Rüdiger Nehberg über die vier Jahre dauernde Bauzeit der dorfähnlich gestalteten Anlage. Zu ihr gehören eine gynäkologische Ambulanz, zwei großzügige Entbindungsräume, zwei Operationssäle und ein kleines Labor. Die Klinik verfügt über eine eigene Wasser- und Stromversorgung, Wäscherei, Großküche sowie Wohnräume für sämtliche Mitarbeiter.

Nach Aussagen der örtlichen Hebammen liegt die Sterblichkeit der Neugeborenen bei bis zu 50 Prozent, und das machen sie als Folge der genitalen Verstümmelung der Mütter aus. In der neuen Klinik werden die meisten Entbindungen ambulant sein. Für stationäre Aufenthalte stehen zunächst zehn Betten zur Verfügung. Sogar Kaiserschnitte werden in der neuen Einrichtung möglich sein. Etwa 70.000 Afar leben im Einzugsgebiet des Krankenhauses.