Stormarn
Reinfeld

Fragebogenaktion zum Jugendzentrum fällt positiv aus

Projektgruppe Jugendzentrum Reinfeld, vorne v.l.: Monika Poppe, Andrea Warnke, Marco Gabrecht, Doris Rickmers, Alexander Witsch; hinten v.l.: Ines Knoop-Hille, Ewald eden, Heiko Gerstmann

Projektgruppe Jugendzentrum Reinfeld, vorne v.l.: Monika Poppe, Andrea Warnke, Marco Gabrecht, Doris Rickmers, Alexander Witsch; hinten v.l.: Ines Knoop-Hille, Ewald eden, Heiko Gerstmann

Foto: Isabella Sauer

Bisherige Resonanz der Fragebogenaktion ist positiv. Bahnhof und alte Gaststätte sind mögliche Standorte für das Projekt in Reinfeld.

Reinfeld.  Seit mehr als zehn Jahren schwirrt die Idee, ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Reinfeld zu haben, in den Köpfen der Reinfelder herum. Jetzt kann aus einem Einfall endlich ein Schritt in die Wirklichkeit werden: Mehr als 400 Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren haben bisher an einer Fragebogenaktion der Projektgruppe „Jugendzentrum Reinfeld“ teilgenommen und sich positiv für die Idee eines Jugendzentrums ausgesprochen. Das ist mehr als ein Drittel der jungen Reinfelder – und die Fragebogenaktion läuft noch bis Ende des Monats.

Wunsch nach einem Jugendzentrum ist noch immer präsent

2005 war zum ersten Mal ein Verein für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Reinfeld gegründet worden. Doch aus den Plänen ist nichts geworden. Der Verein befindet sich in der Auflösungsphase. Der Wunsch nach einem Jugendzentrum ist indes immer noch da. Bürgermeister Heiko Gerstmann: „Die örtliche Politik hat sich einvernehmlich für ein Jugendzentrum für die älteren Jugendlichen ausgesprochen. In einem ersten Schritt soll mit einer Fragebogenaktion die Nachfrage der Jugendlichen ermittelt werden.“ Das Jugendzentrum solle eine Ergänzung zum Jugendtreff auf dem Gelände der Immanuel-Kant-Schule sein, denn dort gingen vorrangig Schüler bis 14 Jahren hin.

Konzeption eines anonymen Fragebogens

Um die Idee eines Jugendzentrums wieder voranzubringen, hat Bürgermeister Gerstmann vor knapp einem Jahr die „Projektgruppe Jugendzen­trum“ ins Leben gerufen. Sie setzt sich aus Vertretern des Runden Tisches „Reinfelds Zukunft“, der Politik und der Verwaltung zusammen. Sie alle haben Anfang Mai einen anonymen Fragebogen konzipiert, der das grundsätzliche Nutzungsinteresse der Zielgruppe und die Bereitschaft zur Mitarbeit abfragt. Projektleiterin Andrea Warmke hat mit der Sichtung Antworten angefangen und ist zufrieden: „In Papierform sind knapp über 400 Fragebögen zurückgekommen. Die Zahl der bisher im Internet ausgefüllten Bögen haben wir noch nicht.“

Ausgelegt wurden die Zettel dort, wo sich nach Meinung der Projektgruppe viele Jugendliche aufhalten: in Sport- und Musikvereinen, in Fahrschulen und in der Schule. „Insgesamt sind es 1185 Personen in unser abgefragten Altersspanne. Somit haben wir schon jetzt fast 50 Prozent Rückläufigkeit“, sagt Warmke. Sie hofft, dass es am 30. Juni zwischen 60 und 70 Prozent sind. Denn dann endet die Fragebogenaktion.

Suche nach Vereinen, die als Träger des Jugendzentrums auftreten wollen

Wo soll das Jugendzentrum hinkommen, und wie wird es finanziert? Die Projektgruppe führt zurzeit Gespräche mit Vereinen, die Interesse haben, als Träger des Jugendzentrums aufzutreten. Mögliche Teilnehmer sind bisher der Bürgerverein und der Jugend-Phantasie-Club Farmion. Letzterer ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Außerdem soll mit der Fragebogenaktion herausgefunden werden, ob die Jugendlichen bereit wären, selbst einen Verein zu gründen und einen geringen Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Zudem sollen Fördermittel eingeworben werden. „Mit großer Wahrscheinlichkeit muss die Stadt das Geld vorstrecken, wenn es um die Anmietung oder den Kauf eines Objektes geht“, sagt Bürgermeister Gerstmann. Das geschehe aber erst, wenn die Umfrage unter den Jugendlichen abgeschlossen sei und diese endgültig für ein Jugendzentrum stimmen würden.

Im Gespräch sind Standorte wie die Gaststätte „Zur Sonne“ oder der Bahnhof

Zwei mögliche Objekte für ein Jugendzentrum kommen infrage: die ehemalige Gaststätte „Zur Sonne“ oder ein Teil des Bahnhofes. Wichtig ist allen Beteiligten, dass die Selbstverwaltung des Jugendzentrums im Mittelpunkt steht. „Die Jugendlichen sollen selbst aktiv werden und zum Beispiel Kurse in Eigenregie anbieten“, sagt Andrea Warmke.

Nach der ersten Auswertung der Fragebögen haben laut der Arbeitsgruppe die jungen Reinfelder tolle Ideen für Freizeitangebote, die sie machen möchten. „Manche wollen einen Tanzkursus oder einen Schachkursus leiten. Andere einen Spieleabend organisieren oder das Fotografieren beibringen“, sagt die Sozialpädagogin. Besonders habe ihr auch der Vorschlag gefallen, in einem Team einen eigenen Film zu drehen. Bei der Frage nach den Wünschen ergab sich, dass einige Jugendliche auch eine Sozialberatung möchten. „Vielleicht kann eine Sprechstunde eingeführt werden“, sagt die Projektleiterin Warmke.

Ob das geplante Jugendzentrum tatsächlich gebaut wird oder nicht, steht also noch nicht fest. Bürgermeister Heiko Gerstmann ist aber zuversichtlich: „Bisher ist die Resonanz so gut, dass wir große Hoffnungen haben, die Idee endlich in die Tat umzusetzen.“ Nach Auswertung der Fragebogenaktion wird weiter über die Ausarbeitung eines konkreten Konzeptes nachgedacht.

Die Fragebogenaktion geht noch bis Dienstag, 30. Juni. Den Fragebogen gibt es auch als Download auf der Internetseite www.stadt-reinfeld.de