Stormarn
Segenskirche Barsbüttel

Pastor Melsbach springt temporär für Sabine Erler ein

Der Geistliche springt einige Monate lang für seine Kollegin Sabine Erler ein, die sich im Kirchenkreis der Trauerkultur widmet.

Barsbüttel.  Pastor Detlef Melsbach ist ein Lückenbüßer – und fühlt sich gut dabei. Der 46-Jährige hat gerade seinen Dienst an der Segenskirche in Barsbüttel begonnen. Dort springt er für eine Übergangszeit von einigen Monaten für Sabine Erler in die Bresche. Die 59 Jahre alte Pastorin nutzt die Chance, sich in den letzten fünf Jahren bis zu ihrer Pensionierung mit einem selbst gewählten Projekt im Kirchenkreis zu beschäftigen.

Nach 20 Jahren in der Barsbütteler Gemeinde widmet sie sich der Trauerkultur. Und da sich die Suche nach einem Nachfolger deutlich schwieriger gestaltet als vom Kirchengemeinderat gedacht, ist jetzt erst einmal Detlef Melsbach da. „Ich lerne immer neue Gemeinden und Menschen kennen“, sagt er, „das macht die Aufgabe so reizvoll.“

In Barsbüttel hat sich Melsbach von Anfang an wohlgefühlt

Der Pastor gehört zum Team des Pfarramts für Vakanzbegleitung und Vertretungsdienste im Kirchenkreis Hamburg-Ost. In Stormarn kennt er sich gut aus, bis Ende Januar war er in der Kirchengemeinde Eichede im Einsatz. Und seine Laufbahn hatte er im Ammersbeker Haus am Schüberg begonnen. In Barsbüttel hat sich Melsbach von Anfang an wohlgefühlt. „Hier bleibt die Kirche buchstäblich noch im Dorf, wie es so schön heißt“, sagt er.

Damit meint er vor allem die Akzeptanz bei den Bürgern, die für ihn spürbar größer ist als in weiten Teilen von Hamburg. „Es gibt viele ehrenamtliche Gruppen, die sich zuverlässig engagieren“, sagt er, „und auch etliche Helfer, die organisatorisch mitarbeiten.“ Diesen Zusammenhalt habe er auch beim ausgebuchten Pfingstausflug in die Partnerstadt Graal-Müritz (bei Rostock) gespürt, den er begleitete.

Seine zweite Heimat: Brasilien

Nicht nur beruflich, sondern auch privat kann sich Detlef Melsbach schnell auf neue Situationen einstellen. Denn seine zweite Heimat ist Brasilien. Nach dem Theologiestudium in Tübingen und Kiel zog es ihn ins Ausland, eher zufällig landete er in den südamerikanischen Land.

Dort lernte er dann seine heutige Frau kennen, mit der er 16 Jahre alte Zwillingstöchter hat, die in Deutschland geboren wurden. 2006 zog die Familie für fünf Jahre aus Hamburg ins rund 200 Kilometer von der Hauptstadt Brasilia gelegene Goiania. Während seine Frau in der Millionenstadt als Lehrerin arbeitete, wartete auf Melsbach eine ganz neue Aufgabe: „Dort habe ich im pädagogischen Bereich mit straffällig gewordenen Jugendlichen Musik gemacht.“ Er selbst spielt Klavier, Akkordeon, Gitarre und Kontrabass, singt zudem im Chor.

Er fühlt sich wohl in der Rolle des Lückenbüßers

Vor allem für die beiden Töchter sei die Zeit vom achten bis zum 13. Lebensjahr in Zentralbrasilien prägend gewesen. „Sie wollen möglichst bald ins Land zurückzukehren“, sagt der Vater. Nach der Schule sei es wohl soweit.

Wohin es den Pastor als Nächstes verschlägt, vermag er dagegen nicht abzuschätzen. „Vielleicht bleibe ich bis Ende des Jahres in Barsbüttel“, sagt er, „das hängt davon ab, wann die Stelle besetzt wird.“ Im Moment fehle der Pastorennachwuchs. Detlev Melsbach kann sich damit arrangieren. Denn noch fühlt er sich wohl in der Rolle des Lückenbüßers.

Gottesdienste in der Barsbütteler Segenskirche (Stiefenhoferplatz) immer sonntags 11 Uhr. Am 28. Juni ist der beliebte Erdbeergottesdienst auf dem Bernekehof (Rähnwischredder 5) geplant.