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Reinbek hält weiter an der Geschwisterermäßigung fest

Gerd Prüfer (SPD) hält eine Änderung der aktuellen Regel ab dem Kindergartenjahr 2016 für möglich

Gerd Prüfer (SPD) hält eine Änderung der aktuellen Regel ab dem Kindergartenjahr 2016 für möglich

Foto: SPD

Reinbeks Politiker lehnen Vorschlag der Verwaltung ab, den „Kinderrabatt“ an Offenen Ganztags- und Betreuten Grundschulen zu streichen.

Reinbek.  Erleichterung in der Reinbeker Elternschaft: Die Geschwisterermäßigung an Offenen Ganztags- und den Betreuten Grundschulen wird nicht gestrichen. Einer entsprechenden Empfehlung der Verwaltung folgten die Mitglieder des Sozial- und Schulausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung nicht. Für Kita-Kinder, deren ältere Geschwister von diesem Angebot Gebrauch machen, sollte demnach der 70-Prozent-Zuschuss wegfallen. Für finanzschwache Familien, die unter die sogenannte Sozialstaffel fallen, hätte die Regel ohnehin nicht gegolten.

Sozialdemokrat sieht eine Ungerechtigkeit im System

„Wir haben keinen Beschluss gefasst. Da waren sich alle Parteien einig“, sagt Gerd Prüfer (SPD). Für das kommende Kindergartenjahr werde die aktuelle Regel beibehalten. Der Sozialdemokrat sieht aber eine Ungerechtigkeit im System. „Wer ein Kind hat und es in die Krippe schickt, zahlt mehr als Eltern, die ein älteres Kind im Offenen Ganztag und ein kleineres im Kindergarten unterbringen.“

Im Vorfeld der Sitzung hatten Eltern ihren Unmut über den Vorschlag aus dem Rathaus per E-Mail an die Verwaltung und die Ausschussmitglieder kundgetan (wir berichteten ). Auf sie wären bis zu mehrere Tausend Euro Mehrkosten pro Jahr zugekommen. Rund 50 Eltern nahmen an der Sitzung teil und äußerten ihre Bedenken. Prüfer spricht von einer „guten und sachlichen Diskussion“.

Das Einsparpotenzial bei der Neuregelung wurde auf 60.000 Euro jährlich geschätzt

Für die Geschwisterermäßigung zahlte die Stadt Reinbek im Jahr 2013 rund 250.000 Euro und damit mehr als angedacht. Die Politik hatte die Verwaltung aufgrund der hohen Kosten aufgefordert, Vorschläge zu machen. Das Einsparpotenzial bei der Neuregelung wurde auf 60.000 Euro pro Jahr geschätzt.

Im September wollen sich die Entscheidungsträger wieder mit dem Thema beschäftigen, dann womöglich in einer Arbeitsgruppe. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernd Uwe Rasch möchte die Eltern dabei haben. Er sagt: „Es ist sinnvoll, die Betroffenen frühzeitig einzubinden.“ Eine Änderung der aktuellen Regel ist laut Prüfer für das Kindergartenjahr 2016 möglich.

Jan Fischer, Elternvertreter in der Kita Weltensegler am Mühlenredder, ist froh, dass der Empfehlung der Verwaltung eine Absage erteilt wurde. Der 37-Jährige: „Das ist ein Erfolg für uns Eltern.“ Er und seine Mitstreiter seien an einer Teilnahme in der Arbeitsgruppe interessiert und kompromissbereit. Zum Thema Einsparung sagt Fischer: „Man sollte die Betriebskosten der Reinbeker Kitas überprüfen, die höher sind als in Nachbarorten.“