Stormarn
Nach Messung

Stormarn erhält die Bestnote für Badeseen

Gesundheitsaufseherin Andrea Gasch nimmt eine Wasserprobe aus dem Bredenbeker Teich, um die Wasserqualität zu überprüfen

Gesundheitsaufseherin Andrea Gasch nimmt eine Wasserprobe aus dem Bredenbeker Teich, um die Wasserqualität zu überprüfen

Foto: Isabella Sauer

Die Wasserqualität in Stormarn ist derzeit sehr gut. Gesundheitsamt des Kreises nimmt noch bis Mitte September alle vier Wochen Proben.

Ammersbek. Die Wasserqualität aller fünf offiziellen Badeseen im Kreis Stormarn ist sehr gut. Das haben erste Messergebnisse aus dem Monat Mai ergeben. Somit liegen die Seen unterhalb der von der EU festgelegten strengen Richtwerte. Wer jetzt, da es wärmer wird, nach Erfrischung sucht, kann also ohne Bedenken ins Wasser springen.

Andrea Gasché arbeitet seit 14 Jahren beim Fachdienst Gesundheit in der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe. Jedes Jahr im Mai nimmt sie die jeweils erste Wasserprobe aus dem Großensee, aus dem Bredenbeker Teich, aus dem Baggersee Wilstedt, aus dem Oldesloer Poggensee und aus dem Reinfelder Herrenteich. Gerade ist Gasché am Bredenbeker Teich unterwegs. Es wird Zeit für eine neue Wasserprobe; alle vier Wochen muss eine entnommen werden. Es sei denn, „es passiert in der Nähe eines Badesees ein Gülleunfall oder eine mikrobiologische Verunreinigung“, wie sie sagt. Dann müsse umgehend eine Wasserüberprüfung gemacht werden.

Gasché öffnet den Kofferraum ihres Autos, nimmt ihre dunkelgrünen Gummistiefel und eine blaue Regenjacke heraus. Danach greift sie nach ihrer Wasserproben-Spezialausrüstung: eine sogenannte Probenehmerstange, an der vorn eine Drei-Finger-Klammer steckt. In der wird das Probenfläschchen, auf dem in schwarzer Schrift „Bredenbeker Teich“ steht, eingeklemmt.

Eine Wasserprobe muss nah an der Badestelle entnommen werden

Zielstrebig geht die Frau vom Amt an die Badestelle. Rund 35 Hektar ist der Teich groß, an den ein Campingplatz angrenzt. Gasché geht in das leicht Wellen schlagende Wasser. Sie sagt: „Wichtig ist, dass ich dort die Probe entnehme, wo der meiste Badebetrieb ist.“ Sie steht nun so weit im Wasser, dass es fast an ihre Jeanshose klatscht. Dann fährt sie die Probenehmerstange aus. Bis zu fünf Meter sind möglich. Gasché geht in die Hocke, taucht die Flasche ungefähr 30 Zentimeter tief ein.

Seit 2008 wird für jeden See in Schleswig-Holstein ein eigenes Profil mit diversen Messdaten erstellt. Dabei werden Parameter wie Sichttiefe, Wasser- und Lufttemperatur, Treibgut und Abfälle, Teer sowie das Algenvorkommen ermittelt. „Außerdem gibt es eben solche Wasseranalysen, um eventuelle gesundheitliche Risiken auszuschließen“, sagt Gasché und zieht den Stab wieder zu sich heran. „Wir untersuchen die Wasserprobe auf sogenannte Escherichia coli und die Intestinalen Enterokokken, zwei große Gruppen von Darmbakterien, die in Mensch und Tier vorkommen.“ Diese seien selbst zwar kaum gefährlich, gelten jedoch als Stellvertreter für andere aus dem Darm stammende Krankheitserreger.

Die Gesundheitsaufseherin, die selbst am liebsten im Poggensee schwimmen geht, nimmt die Probeflasche aus der Klammer heraus und läuft zu ihrem Auto. Dort verstaut sie ihre Arbeitsgeräte wieder im Kofferraum. Nur die Probenflasche nicht, die stellt sie vorn in eine Halterung.

Badegäste können selbst einen Beitrag zu guter Wasserqualität leisten

„Anhand der gemessenen Menge dieser Darmbakterien lässt sich schnell eine Gefährdung abschätzen. Deswegen ist diese Untersuchung zur hygienischen und gesundheitlichen Bewertung von Badegewässern unumgänglich. Sie wird von der EU strengstens überwacht“, sagt sie.

Die intensive Überwachung der Badegewässer durch die Behörden hat ihre Gründe. Denn Krankheitserreger können gesundheitliche Risiken wie Infektionen der Augen oder des Magen-Darm-Traktes hervorrufen. Ga­sché: „Derzeit kann bedenkenlos in Stormarns Seen geschwommen werden. Sie alle haben laut der EU eine ausgezeichnete Badewasserqualität.“

Zu guter Letzt erklärt die Stormarnerin, wie jeder Badegast zu weiterhin guter Wasserqualität beitragen kann: „Abfälle sollten richtig entsorgt werden, sanitäre Anlagen genutzt und Hunde von Badestellen ferngehalten werden. Außerdem: Bitte keine Wasservögel füttern.“ Denn durch das verfütterte Brot ändert sich der Stoffwechsel der Tiere. Gelangen die Ausscheidungen der Tiere ins Wasser, kann es zur Überdüngung kommen. Das Algenwachstum steigt.

Dann setzt sich Gasché in ihr Auto und düst in ihr Büro. Dort wird sie schon erwartet, denn um 10 Uhr holt ein Kurier die Wasserproben ab. Sie werden in einem Labor in Lübeck untersucht – noch am selben Tag.

Bis zum 15. September wird die Gesundheitsaufseherin noch fleißig Wasserproben entnehmen. Danach endet die Badesaison 2015.