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Soziales

Hartz IV und Grundsicherung: Stormarn zahlt mehr Miete

Der Kreis erkennt jetzt höhere Mietkosten an

Der Kreis erkennt jetzt höhere Mietkosten an

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Kreis-Sozialausschuss ändert Dienstanweisung für Kosten der Unterkunft und Heizung. Erfahren Sie, was Betroffene nun beachten sollten.

Bad Oldesloe. Viele Hartz-IV- und Grundsicherungs-Empfänger in Stormarn können auf mehr Geld hoffen: Der Sozialausschuss des Kreistags hat jetzt eine Dienstanweisung für die Kosten der Unterkunft und Heizung geändert, die nach einem bereits im November 2012 erfolgten Beschluss des Sozialgerichts Lübeck rechtswidrig war. Bisher hatten die Jobcenter und das Kreissozialamt die sogenannten Kosten für die Unterbringung in etlichen Fällen nicht in angemessener Höhe übernommen.

Betroffene sollten Überprüfungsantrag beim Kreis stellen

Die schleswig-holsteinische Bürgerbeauftragte Samiah El Samadoni rät allen Betroffenen, einen Überprüfungsantrag direkt beim Kreis zu stellen. Mit ihren Mitarbeiterinnen steht sie auch für kostenlose Beratungen bereit, entweder unter Telefon 0431/988-12 40 oder bei den nächsten Sprechtagen in Lübeck am 4. Juni und 2. Juli.

Eine Kontrolle der Bescheide ist rückwirkend ab Januar 2014 möglich. Die Bürgerbeauftragte hat ausgerechnet, dass eine fünfköpfige Familie in Ahrensburg beispielsweise fast 60 Euro monatlich mehr bekommen könnte. „Viel Geld, wenn man auf jeden Cent zum Leben angewiesen ist“, sagt El Samadoni.

Änderungen betreffen nicht nur Bezieher von Hartz IV und Grundsicherung

Sie weist darauf hin, dass die Änderung nicht nur Bezieher von Hartz IV und Grundsicherung betreffe. Auch bei Leistungen der Eingliederungshilfe, der Hilfe zur Pflege, der Übernahme von Bestattungskosten und der Ermäßigung oder Befreiung von Kita-Gebühren empfiehlt sie einen Antrag, wenn Unterkunftskosten nicht vollständig berücksichtigt wurden.

Birgit Wille, Vorgängerin von Samiah El Samadoni im Amt der Bürgerbeauftragten, hatte die Vorgehensweise des Kreises schon im Sommer 2013 angeprangert und von Landrat Klaus Plöger schnelle Abhilfe gefordert. Nach ihren Schätzungen bekamen einige Hundert Menschen zu wenig Geld, weil der Kreis Mietrichtwerte ohne „schlüssiges Konzept“ zu niedrig ansetzte.

Jetzt konnte die Bürgerbeauftragte das Problem in Gesprächen mit dem Landrat und der Leitung des Sozialamts aus der Welt schaffen. „Wir sind zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen“, sagt El Samadoni.