Stormarn
Hoisdorf

Jugendfeuerwehr trainiert unter Hochdruck

Die Jugendfeuerwehr Hoisdorf-Oetjendorf mit Gemeindewehrführer Olaf Stolt (l.), Jugendwart Sascha Gödeke und dessen Stellvertreter Marcus Richter (r.)

Die Jugendfeuerwehr Hoisdorf-Oetjendorf mit Gemeindewehrführer Olaf Stolt (l.), Jugendwart Sascha Gödeke und dessen Stellvertreter Marcus Richter (r.)

Foto: Janina Heinemann

Elf Jungen und sieben Mädchen treffen sich seit Oktober alle 14 Tage freitags. Neben praktischen Übungen steht auch Theorie auf dem Lehrplan.

Hoisdorf. Obwohl es sie offiziell noch gar nicht gibt, üben die 18 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Hoisdorf-Oetjendorf schon fleißig, wie man Schläuche rollt und einen Löschangriff macht. Seit Oktober treffen sich die Jugendlichen alle 14 Tage freitags um 18 Uhr und lernen, was ein zukünftiger Feuerwehrmann oder eine zukünftige Feuerwehrfrau wissen und können muss.

Die offizielle Gründung wird aber erst am Sonntag gefeiert. Der Jugendfeuerwehrwart, Sascha Gödeke, sagt: „Wir wollten kein Fest im kalten, nassen, dunklen November.“ Außerdem habe sich die Gruppe erst selbst finden müssen. „Die Jugendfeuerwehr ist ein langgehegter Wunsch“, sagt Gemeindewehrführer Olaf Stolt. Der 49-Jährige trat selbst mit 12 Jahren in den Musikzug der Feuerwehr Hoisdorf ein, ist seit er 16 ist Mitglied der aktiven Wehr. Stolt: „Es macht Freude zu sehen, wie die Kinder dabei sind und strahlen.“ Der Gemeindewehrführer kommt ab und zu freitags vorbei und guckt der Jugendgruppe bei den Übungen zu.

Die Jugendlichen bekommen eine feuerwehrtechnische Ausbildung

Angeleitet werden sie dabei von Sascha Gödeke. Gödeke: „Die Kinder lernen alles, was die Erwachsenen auch lernen, nur in etwas sanfterer und spielerischer Form.“ Zu dieser feuerwehrtechnischen Ausbildung gehören unter anderem Fahrzeugkunde und Atemschutz, aber auch der Umgang mit Verteilern, Standrohren und den verschiedenen Schläuchen. „Es gibt A-, B- und C-Schläuche“, erklärt Nils. Diese unterschieden sich in ihrer Funktion und ihrem Durchmesser. Ein A-Schlauch sei beispielsweise ein Saugschlauch.

Einen solchen wirft der 14-Jährige gerade mit Schwung in ein Wasserbecken, während seine Löschgruppenmitglieder hektisch weitere Schläuche ausrollen und miteinander verkoppeln. Die sieben Mädchen und elf Jungen der Jugendfeuerwehr proben einen Löschangriff für den Schnelligkeitswettbewerb beim Amtsfeuerwehrfest der Wehren des Amtes Siek am Sonnabend, 9. Mai. Dann treten mehrere Jugendfeuerwehren gegeneinander an, müssen vier Schläuche an eine Pumpe und einen Verteiler anschließen, mehrere Schlauchelemente miteinander verkoppeln und am Ende vier Kanister von Holzpfählen spritzen. Die schnellste Gruppe gewinnt.

Cara ist dafür zuständig, den dicken A-Schlauch an die motorbetriebene Pumpe anzuschließen. „Es macht richtig Spaß, mit der Pumpe zu arbeiten“, sagt die 13-Jährige. „Ich muss mehrere Gashähne bedienen und den Druck richtig einstellen.“ Direkt hinter ihr steht die elfjährige Janne. Ihre Aufgabe: „Ich muss den A-Schlauch mehrfach koppeln.“

Im Moment sind diese Übungen das, was den Jugendlichen am meisten Spaß macht. Doch nicht alle dürfen jedes Mal mitmachen. Sascha Gödeke erklärt den Grund: „Eine Löschgruppe besteht aus neun Personen.“ Deshalb müssten er und sein Stellvertreter Marcus Richter die Kinder abwechselnd trainieren. „Die anderen haben Fahrzeug-, Knoten- oder Schlauchkunde“, sagt er. Sophie ist dieses Mal nicht für die Übung eingeteilt. Trotzdem macht es ihr großen Spaß, bei der Feuerwehr zu sein. Die Neunjährige sagt: „Am tollsten ist das Schlauchausrollen und -verbinden.“ Bevor sie mit Marcus Richter und den anderen zur Theorieübungsstunde geht, sieht sie den anderen bei der Übung zu.

Nachdem die Löschgruppe von Nils, Cara und Janne zwei Trockendurchläufe geübt hat, also zwei Durchgänge, in denen lediglich die Schläuche verkoppelt und ausgerollt, nicht aber mit Wasser befüllt wurden, wird es ernst: Gödeke zückt eine Stoppuhr, gibt Kommandos. Die Handgriffe sitzen, die Jugendlichen schwitzen. Am Ende schießen sie gezielt die vier Kanister von den Pfählen. Gödeke nickt. Er ist mit der Leistung seiner Truppe zufrieden. „Dafür, dass die erst so frisch dabei sind, sind die schon sehr gut“, sagt er.

Ob es für den Wettbewerbssieg reicht, wird sich am 9. Mai zeigen. Doch vorher steht morgen die Gründungsfeier für geladene Gäste an. Und am Sonntag, 10. Mai, feiert die Feuerwehr Hoisdorf ihren 125. Geburtstag. Dieser besondere Tag beginnt um 11 Uhr mit einem Frühschoppen auf dem Gelände der Feuerwehr (Krütz 11) und klingt um 21.30 Uhr mit dem Großen Zapfenstreich am Dorfteich aus.