Stormarn
Hamburger Flughafen

Stormarn spricht beim Thema Fluglärm mit

Ein Flugzeug der Gesellschaft Air Berlin

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Ein Flugzeug der Gesellschaft Air Berlin

Ein erster Antrag zur Aufnahme war im Jahr 2010 gescheitert. Nun wird der Kreis erstmals im Juni bei der Sitzung vertreten sein.

Ahrensburg.  Der Kreis Stormarn ist nun Mitglied der Hamburger Fluglärmschutzkommission. Auf der jüngsten Sitzung der Kommission, die für den Hamburg Airport im Stadtteil Fuhlsbüttel verantwortlich ist, wurde beschlossen, dass der Kreis ab sofort ein Mitglied sowie einen Stellvertreter entsenden darf. Das teilte nun die Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation mit. Die Aufgabe übernimmt Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach; sein Stellvertreter wird Henning Görtz, Bürgermeister von Bargteheide.

Bereits 2010 hatte sich der Kreis um Aufnahme in die Kommission bemüht. Damals erfolglos. Begründet wurde die Absage seinerzeit damit, dass der durchschnittliche Pegel des Fluglärms unter einem Wert von 50 Dezibel lag. Seitdem überquerten im Landeanflug oder kurz nach dem Start zunehmend auch Flugzeuge das Stormarner Gebiet, die besonders laut seien, so die Argumente der Stormarner. Weil es immer Beschwerden von Anwohnern gab, hatten sich die Bürgermeister im Herbst mit Fluglärmschutzbeauftragten in Großhansdorf getroffen.

Fluglärmschutzkommissionen muss es nach Paragraf 32b des Luftverkehrgesetzes an jedem Deutschen Verkehrsflughafen geben. Ihre Mitglieder sind dafür verantwortlich, zuständige Behörden und die für Flugsicherung zuständigen Institutionen bei Themen zu Fluglärm und Luftverunreinigungen zu beraten. Zudem wirkt die Kommission unter anderem an der Festlegung von Flugstrecken mit und hat ein Vorschlagsrecht bei Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Die Hamburger Fluglärmschutzkommission, bestehend aus rund 30 Mitgliedern, trifft sich viermal im Jahr. Mitglieder sind etwa einige Hamburger Bezirke, Gemeinden und Städte im Umland, Hamburger Behörden, schleswig-holsteinische Ministerien sowie Unternehmen der Branche wie die Lufthansa AG.

Das nächste Treffen der Kommission ist am 12. Juni. Dorthin kann der Ahrensburger Bürgermeister dann auch die Auswertung der Fluglärmmessung der Schlossstadt mitbringen. Im Winter hatte die Stadt auf dem Dach des Rathauses die Messung gestartet (wir berichteten). Im Januar war die Messstation dann auf das Gelände des Friedhofes (Hamburger Straße) umgezogen, da die Mikrofone auf dem Rathaus nur Umgebungslärm aufgezeichnet hatten. Heinz Baade vom Fachdienst Stadtplanung und Umwelt im Ahrensburger Rathaus sagt: "Die Messung wird voraussichtlich Ende April abgeschlossen sein, dann beginnt die Auswertung."

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