Ahrensburg

Klinikgebäude hat eine mehr als 100-jährige Geschichte

Janina Heinemann

Ahrensburg.  Die beiden Villen an der Manhagener Allee in Ahrensburg, die viele Jahre lang Klinik und Rettungswache waren, wurden um 1900 erbaut. Das linke Haus, der 1899 errichtete „Fasanenhof“ mit Türmchen und Erkern, war in den ersten Jahren ein Ausflugslokal. Während des Ersten Weltkrieges war er zunächst Lazarett und wurde später zur Klinik ausgebaut.

1986 pachtete Klaus Frenzel die Klinik und leitete sie bis 2005. Er baute das Krankenhaus zu der Größe aus, die es bis zu seiner Schließung vor vier Jahren hatte. Das seinerzeit moderne Ambulante Zentrum, das unter anderem Chirurgie, Anästhesie, Orthopädie und Allgemeinmedizin vorhielt, war mit 37 Betten im Krankenhausplan des Landes verzeichnet.

1976 kam die Klinik durch einen prominenten Patienten in die Schlagzeilen. Der Bundesaußenminister und FDP-Vorsitzende Hans-Dietrich Genscher hatte während eines Wahlkampfauftritts einen Schwächeanfall erlitten und wurde in die Ahrensburger Klinik eingeliefert. Das Abendblatt schrieb auf Seite 1: „Sorge um Genscher: Zu dem geplanten Auftritt in Ahrensburg erschien der Minister nicht.“

2005 kaufte Hans-Heinrich-Rüschmann, der Gründer der Park Klinik Manhagen, das Gelände. Nachfolger von Dr. Frenzel wurde als neuer Pächter und alleiniger Betreiber der Orthopäde und Unfallchirurg Martin Zellner. Im Juni 2011 wurde der Klinikbetrieb eingestellt, als der Pachtvertrag auslief. Daraufhin lag das Grundstück brach, die Gebäude verfielen.

( HA )

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