Stormarn
Kommentar

Parkplätze müssen für Pendler freigegeben werden

Hinnerk Blombach, Redaktionsleiter

Hinnerk Blombach, Redaktionsleiter

Foto: Andreas_Laible

Es ist in Ahrensburgs Interesse, das Parkchaos am Bahnhof zu vermeiden. Die Alte Reitbahn muss schnellstmöglich gebührenfrei werden.

Es gibt wohl kaum ein Thema, über das in Ahrensburg so vehement, so emotional und bisweilen egoistisch gestritten wird, wie über die Frage, ob die Stadt ausreichend Parkplätze im Zentrum hat. Die einen führen – zum Teil verständlich – persönliche Bedürfnisse nach Mobilität bis vor die Ladentür ins Feld. Andere verweisen auf die Interessen der Geschäftsleute. Diejenigen Stimmen, die eine Reduzierung des Individualverkehrs für möglich halten, wenn tatsächlich nur unbedingt notwendige Wege mit dem Auto zurückgelegt werden, sind eher leise und können sich in der Regel auch nicht über besonders viel Beifall freuen.

An diesem Streit, so ist zu befürchten, wird sich so lange nichts ändern, bis entweder radikale Konzepte (autofreie Innenstadt) oder kreative Lösungen wie zum Beispiel Carsharing mit Elektroautos oder Shuttleservices zu außerhalb des Zentrums gelegenen Parkflächen umgesetzt werden.

Von dieser Diskussion zu trennen ist aber die aktuell im Raum stehende Frage, ob der Parkplatz Alte Reitbahn für den Zeitraum der Sanierung des Alten Lokschuppens freigegeben werden sollte. Das ist zwingend. Denn es ist eindeutig im Interesse der Stadt, das große Parkchaos zu verhindern. Es ist zudem eindeutig im Interesse der Allgemeinheit, dass nicht wieder zahlreiche Bahnpendler wegen fehlender Stellflächen ihr Auto für den Weg zur Arbeit nutzen. Eine Stadt wie Ahrensburg, die wachsen will, die von der attraktiven Lage in der Metropolregion profitieren will, muss Möglichkeiten schaffen, den Pendlerverkehr effektiv und umweltfreundlich zu bewältigen. Die Freigabe der Alten Reitbahn für die nächsten Monate ist da nur ein kleiner Schritt. Aber ein dringend nötiger.

Politik und Verwaltung müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht rechtzeitig reagiert zu haben. Seit Herbst 2012 steht fest, dass der Alte Lokschuppen saniert werden muss. Es wirkt daher unverständlich bis befremdlich, dass erst drei Wochen nach Beginn der Sperrung eine entsprechende Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung getroffen werden soll.