Stormarn
Todendorf

A21: Polizei stoppt Geisterfahrer

Mann fuhr 30 Kilometer auf der falschen Straßenseite. Bei Bargteheide war Schluss

Todendorf. Spektakuläres Ende einer Geisterfahrt: Auf der Bundesstraße 404 bei Todendorf konnte ein 33 Jahre alter Mann aus Rendsburg in seinem BMW am Freitag in letzter Sekunde gestoppt werden. Er war zuvor etwa 30 Kilometer auf der falschen Straßenseite, unter anderem über die Autobahn 21, gefahren und hätte dabei um ein Haar zwei Menschen überfahren.

Die Nacht zu Freitag: Auf der Autobahn 21 von Segeberg nach Bargteheide fährt der Mann mit seinem Auto, er benutzt die falsche Richtungsspur und ist laut Polizei sehr schnell unterwegs. Polizisten werden auf den Geisterfahrer aufmerksam, sie errichten gegen 1 Uhr mit mehreren Streifenwagen eine Straßensperre auf der Bundesstraße 404. Doch der Mann rast laut Polizei unbeirrt auf die Fahrzeuge, deren Blaulicht angeschaltet ist, zu. Nur mit einem Sprung in den Straßengraben können sich die Beamten, 33 und 35 Jahre alt, gerade noch retten.

Zuvor allerdings, da werfen die Beamten einen sogenannten Stop-Stick auf die Fahrbahn. Ein neues Einsatzmittel, das die Reifen beschädigt, sodass Autofahrer mit ihrem Wagen anhalten müssen. Es ist der erste Einsatz seit der Einführung im Jahr 2013. Im Unterschied zu dem bisherigen Nadelband entweicht die Luft allerdings langsamer. Lothar Gahrmann, Sprecher der Landespolizei in Kiel sagt: „Der Vorteil ist, dass der Wagen kontrollierbar bleibt.“

Auch der Geisterfahrer aus Rendsburg kommt, ohne die Kontrolle über seinem BMW zu verlieren, zum Stehen. Allerdings erst, nachdem ein weiterer Polizist ihn mit seinem Streifenwagen an der Weiterfahrt hindert. Als die Polizisten den Mann kontrollieren, stellen sie fest, dass er nach Alkohol riecht. Ein Test ergibt einen Wert von 1,85Promille. Die Beamten kassieren seinen Führerschein ein. Der Mann muss sich nun auf ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs einstellen.

Die Polizei bittet Zeugen, die den Geisterfahrer gesehen haben, sich zu melden. Hinweise nimmt die Wache in Bad Oldesloe unter der Telefonnummer 04531/170 60 entgegen.