Stormarn
Kreisschülerparlament

Malte Harlapp macht sich stark für Schülerrechte

Foto: Julia Sextl

Der Abiturient aus Reinbek vertritt als Kreisschülersprecher 30.000 junge Stormarner. Dabei hat der 18-Jährige noch viele Pläne.

Reinbek. Fünf Uhr früh ist es meistens, wenn der Wecker neben Malte Harlapps Bett klingelt. Viel Schlaf hat der 18-jährige Reinbeker, der gerade sein Abitur an der Beruflichen Schule in Ahrensburg macht, dann nicht bekommen. Seine Tage sind pickepackevoll: Malte Harlapp ist seit Dezember 2014 Sprecher des Kreisschülerparlaments (KSP) und setzt sich in jeder freien Minute für die Belange von Stormarns Schülern ein.

„Wir kümmern uns auf Kreisebene um eine bessere Vernetzung der Schülervertretungen aller weiterführenden Schulen“, sagt Harlapp. Dabei geht es ihm um den Austausch von Informationen, Projekten und guten Ideen: So habe das Gymnasium in Reinbek eine „eigene Mini-Schülervertretung, die sich ausschließlich um den Nachwuchs kümmert“. In Großhansdorf gibt es sogar einen Event-Ausschuss an der Schule, der Veranstaltungen und Aktionen organisiert. „Da werden dann zum Beispiel zum Valentinstag Rosen verteilt“, sagt Harlapp und lacht. Das komme bei den Schülern gut an.

Kreisschülerparlament hat politischen Auftrag

Sich untereinander austauschen, das sei die eine Seite der Arbeit des KSP, auch Kreisschülervertretung genannt. „Und dann gibt es ja auch noch den politischen Auftrag“, sagt Malte Harlapp. „Das Kreisschülerparlament vertritt die Meinung der Schülerinnen und Schüler auf Kreisebene.“ Das bedeutet: Haben Schüler Probleme wegen langer Wartezeiten, weil ihr Schulbus nur selten fährt, kommt Malte Harlapps Einsatz. So besuchte der 18-Jährige Ende Januar die Sitzung des Kreisverkehrsausschuss in der Oldesloer Kreisverwaltung. Dort erklärte er Landrat Klaus Plöger und den Ausschussmitgliedern die Problematik. Harlapp: „Und wenn sich jetzt daraufhin nichts ändert, dann müssen wir eben ein bisschen Druck machen.“

Auch für das Projekt „Deutsch als Zweitsprache“ (DAZ) setzt sich das KSP ein. Bei dem Projekt bekommen junge schulpflichtige Asylsuchende Deutsch als zusätzliches Unterrichtsfach angeboten. „Ich empfinde es als selbstverständlich, Flüchtlinge aufzunehmen. Also wollen wir dieses Projekt auch an der Beruflichen Schule Ahrensburg etablieren.“ Denn nur, wenn Flüchtlinge gut Deutsch könnten, hätten sie eine Chance auf Schulabschluss, Ausbildung oder Studium. Im Moment sei die Idee noch in der Entstehungsphase, so Harlapp. In seiner Funktion als Kreisschülersprecher wird er daher die nächste Sitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses des Kreises besuchen. Dort will er das Thema zur Sprache bringen.

Für Hobbys bleibt dem Kreisschülersprecher kaum Zeit

„Aufstehen, Schule, Fahrstunden nehmen, Abendtermine wie zum Beispiel die Ausschusssitzungen, essen, Hausaufgaben, schlafen – so sehen meine Tage oft aus“, sagt der 18-Jährige und stöhnt ein kleines bisschen. Nein, keinesfalls wolle er sich darüber beschweren, sagt er. Aber ein bisschen anstrengend sei sein Leben im Moment schon. Deshalb macht Malte Harlapp gerade den Führerschein, um sich „diese ewig dauernden Bahnfahrten“ zu ersparen.

Der Mann ist viel unterwegs. „Das ist nun mal meine Aufgabe als Sprecher der Kreisschülerparlaments.“ Der Vorsitzende des KSP hingegen sei mehr für die innere Ordnung zuständig, also für den Ablauf der Sitzungen und der Formalien. Das komplette Parlament, bestehend aus 58 Kreisdelegierten, trifft sich drei Mal im Jahr. Dafür werden die Mitglieder extra vom Schulunterricht freigestellt. Auch zwischendurch gibt es einen regen Austausch, meist auf Facebook im Internet. „Dort sind wir unter dem Namen ‚Kreisschülervertretung Stormarn‘ zu finden“, sagt Harlapp. Eine eigene Homepage sei noch in Arbeit.

Neben ganz gewöhnlichen Zukunftsplänen – Harlapp überlegt, Lehramt oder Informatik zu studieren – hat der 18-Jährige noch viel vor. „Ich möchte erreichen, dass sich noch mehr Schüler engagieren. Viele wissen gar nicht, was wir alles erreichen und gestalten können.“ In Stormarn gebe es 30.000 Schüler, so viele Einwohner hat etwa die Stadt Ahrensburg. Harlapp: „Es geht um unsere Zukunft!“