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Ampel signalisiert Investitionsstau

Ahrensburger Rathaus sieht Verkehrsprobleme, sollte die alte Anlage an Manhagener Allee ausfallen

Ahrensburg. Sie ist nur eine von 41 Ampeln, für die Ahrensburg zuständig ist. Doch genau diese eine, die an der Manhagener Allee auf Höhe von Bargenkoppelredder und Moltkeallee die Verkehrsströme regelt, ist nicht nur eine sehr wichtige – sie könnte auch ein Lehrstück dafür werden, dass sich ein Investitionsstau zum langfristigen Verkehrsstau entwickelt.

Die Ampel an der werktäglich von etwa 18.000 Fahrzeugen benutzten Landesstraße im Stadtgebiet wurde bereits 1973 gebaut und 1996 mit gebrauchten Baugruppen teilweise erneuert. Seit Jahren ist klar, dass sie eigentlich komplett neu gebaut werden müsste. Die Technik der Schalteinheit sei überholt, Hersteller Siemens könne wichtige Ersatzteile nicht mehr liefern, sagt Stephan Schott, Leiter des Fachdienstes Straßenwesen in Ahrensburg. Außerdem sei die Energiebilanz unbefriedigend: Die Ampel verbrauche im Jahr 12.000 Kilowattstunden Strom, die moderne Alternative, eine vierarmige LED-Lichtzeichenanlage, käme mit 5300 Kilowatt aus und wäre einfacher zu warten.

Ein echtes Verkehrsproblem entstünde, wenn die Ampel kurzfristig ausfiele und eine Reparatur nicht mehr möglich wäre. Dann nämlich könnte etwa ein halbes Jahr bis zum Bau einer neuen Ampel vergehen, weil das Verfahren mit Bewilligung von Geld, Ausschreibung, Fertigung und Aufbau zeitraubend wäre. Deshalb hat die Verwaltung bereits zweimal Geld für eine Erneuerung beantragt, um einen quasi nahtlosen Übergang vorzubereiten. Doch beide Male kam dem Antrag ein übergeordnetes Interesse in die Quere, nämlich der Ausgleich des Ahrensburger Haushalts. Die Investition von circa 140.000 Euro für eine neue Ampel wurde vertagt. Sollte diese Anlage jedoch kurzfristig ausfallen, würde es vermutlich teurer und auch gefährlicher, vor allem für Fußgänger und Radfahrer.

Die Erneuerung der Lichtsignalanlage mag für eine Stadt wie Ahrensburg ein marginales Problem sein, doch es ist vorstellbar, dass aufgeschobene Investitionen rasch zu akuten Belastungen führen können: In diesem Sinne argumentierte Peter Egan von der Wählergemeinschaft Ahrensburg für Bürgermitbestimmung (WAB) im Januar in der Stadtverordnetenversammlung, als er sagte, die Stadt schiebe im Straßenbau einen Investitionsstau von 60 Millionen Euro vor sich her. Alle vier, fünf Jahre lässt Ahrensburg den Zustand seines rund 133 Kilometer langen Straßennetzes von einem Ingenieurbüro begutachten. Zurzeit läuft wieder eine Prüfung, Ergebnisse werden im Herbst präsentiert. Vermutlich ist die Prioritätenliste für dringende Sanierungsarbeiten dann wieder etwas länger.